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Ueber die Zusammensetzung des Orthits.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Die Mineralien, welche man als Orthit, Allanit, Cerin bezeichnet, stehen in ihrer Krystallform bekanntlich dem Epidot ausserordentlich nahe. In chemischer Beziehung sind sie gleich diesem Silikate von Thonerde, Eisen, Kalk; allein sie unterscheiden sich von ihm durch die Gegenwart beträchtlicher Mengen der Cermetalle. Scheerer hat im Jahre 1840 in seiner Inaugural-Dissertation ,De fossilium Allanit, Orthit, Cerin, Gadolinitque natura et indole" zuerst eine grössere Zahl nordischer Vorkommen untersucht, jedoch ohne Rücksicht auf den Oxydationszustand des Eisens, welcher für die Berechnung wesentlich ist, und dessen Bestimmung später erst von Hermann, von mir, Genth u. A. versucht wurde. Ein Vergleich aller derjenigen Analysen, welche diesen Punkt in Betracht gezogen haben, führt zu dem einfachen Resultat, dass alle diese Mineralien gleich den Epidoten Singulosilikate von R und R sind, in welchen beide, wenigstens in der Mehrzahl der Fälle, in äquivalenten Mengen, d. h. 3 R : R stehen, genau so wie beim Granat, so dass also die allen gemeinsame Formel R3 R Si3 O1 2 ist, während der Epidot (gleich Zoisit und Mejonit) das Verhältniss 3 R : 2 R, mithin den Ausdruck R6 R4 Si9 O3 6 hat. Wenn das Vorkommen regelrechter Umwachsungen des Orthits durch Epidot oder umgekehrt (Sillböhle, Wexiö) beide als isomorph betrachten lässt, so liegt hier eine Isomorphie bei nicht gleicher, sondern nur ähnlicher Zusammensetzung vor. In seinem vortrefflichen ,Manuel" hat Des Cloizeaux den Allanit vom Orthit getrennt, indem er sagt: Allanit sei wasserfrei, Orthit enthalte 2 bis 17 pCt. Wasser und andere flüchtige Stoffe (Kohlensäure). Bei beiden unterscheidet er, so weit seine eigenen Beobachtungen reichen, doppelbrechende, optisch zweiaxige und einfachbrechende Krystalle, wiewohl sich aus seinen Angaben ersehen lässt, dass an demselben Fundort beiderlei Arten vorkommen, wie folgende Uebersicht zeigt: [...]