Original paper

Hemiëdrie der scheinbar holoëdrischen Formen der Blende und des Kupferkieses.

Sadebeck, Alexander

Kurzfassung

Naumann hat in seinem Lehrbuch der reinen und angewandten Kristallographie, ebenso in seinen Elementen der theoretischen Krystallographie auseinandergesetzt, dass die holoëdrischen Formen, welche mit hemiëdrischen zusammen vorkommen, nur scheinbar holoëdrische, in der That aber hemiëdrische sind und als Grenzgestalten der letzteren aufgefasst werden müssen. Dass diese theoretische Ansicht ihre Richtigkeit hat, bewies G. Rose am Eisenkies und Kobaltglanz. Die Octaëder und Hexaëder, die beim Eisenkies vorkommen, und ebenso die selteneren Dodekaëder, Ikositetraëder und Triaskisoctaëder sind wirklich hemiëdrische Formen, denn sie verhalten sich ebenso wie die beim Eisenkies vorkommenden Pentagondodekaëder und Diploëder und sind wie diese thermo-electrisch positiv und negativ, ebenso sind sie auch in ihren Combinationen und grösstentheils auch in dem Ansehen ihrer Flächen verschieden. G. Rose sagt weiter: was an den dodekaëdrisch hemiëdrischen Formen bewiesen ist, muss dann auch für die tetraëdrisch hemiëdrischen Formen gelten, und dies soll in folgenden Zeilen von der Blende und dem Kupferkies bewiesen werden. Die Blende ist nach Hankel nicht thermoelectrisch, und beim Kupferkies fand G. Rose keinen Unterschied in der Electricität der beiden Tetraëder, weshalb man sich hier lediglich an das Ansehen der Flächen halten muss.