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Ueber die Contactbildungen bei Predazzo.

Lemberg, J.

Kurzfassung

Die zahlreichen geologischen Arbeiten über das Fleimsthal beschränken sich mit wenigen Ausnahmen auf Untersuchung der geotektonischen und petographischen Verhältnisse, während die chemischen kaum oder garnicht berücksichtigt werden, obwohl sich, seit Bischof's bahnbrechender Thätigkeit, gerade von der Chemie am meisten Aufsehlues über die Genesis der Mineralien und Gesteine erwarten lässt. Vorliegende Arbeit bezweckt, die vielbesprochenen Producte des Contacts von Silicaten und Carbonaten am Canzocoli und auf der Margola einer detaillirten chemischen Untersuchung zu unterwerfen und auf Grundlage der Analyse die Zulässigkeit der gegenwärtigen Hypothesen über die Entstehung dieser Contactproducte zu prüfen. Indess ist die Analyse noch lange nicht die letzte Instanz, weil wir nicht im Stande sind, den Process des Werdens, wie bei den Organismen, zu verfolgen; die Metamorphose kann nur aus dem Anfangs- und Endproduct erschlossen werden. Hier muss das chemische Experiment eintreten als Stütze und Controlle der aus den Analysen gezogenen Schlüsse. Lässt sich nachweisen, dass dieselben Bedingungen, unter denen das Experiment angestellt wurde, auch in der Natur vorhanden waren, dann, aber auch nur dann kann die Frage als gelöst betrachtet werden. Leider setzt derselbe Umstand, der in der Natur eine directe Beobachtung der Metamorphose unmöglich macht, sehr bald der experimentalen Untersuchung eine schwer zu überschreitende Grenze: die grosse Widerstandsfähigkeit der meisten Mineralien gegen chemische Agentien. Es konnte deshalb nur für einen kleinen Theil der im Folgenden zu behandelnden Fragen die Antwort durch das Experiment geliefert werden.