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Geognostische Mittheilungen aus der Provinz Sachsen.

Laspryres, Hugo

Kurzfassung

Bei den bis in das Kleinste eingehenden geognostischen Untersuchungen behufs Kartirung des preussischen Staats durch die norddeutschen Geologen im Auftrage des Handelsministeriums werden, wie besonders jeder Mitarbeiter an diesem vom Harze und von Thüringen ausgehenden grossartigen Kartenwerke weiss oder wie es sich Jeder aus dem grossen Maassstabe der Karte 1 : 25,000 abzuleiten vermag, oft mit grossem Aufwande an Zeit und Mühe interessante oder doch der Aufbewahrung werthe Beobachtungen gemacht, die auf keine Weise auf der Karte selbst zur graphischen Darstellung gebracht werden können und die in den bekanntlich möglichst kurz gehaltenen Erläuterungen zu jedem Blatte ebenfalls kein Unterkommen finden können. Alle diese oft mühsamen Errungenschaften würden der Wissenschaft und den nachfolgenden Geologen, für die diese Karten dienen sollen, in dem Gedächtnisse oder den Notizbüchern der aufnehmenden Geologen begraben sein und seiner Zeit mit diesen untergehen, falls sie nicht anderweitig ihren Weg in die bleibende Literatur finden. Diese Niederlegung aller gesammelten Beobachtungen bei diesem mindestens ein Jahrhundert umspannenden Kartenwerke gleichsam ad acta zunächst für die Fachgenossen, welche die Aufnahmen eines abgehenden Beobachters weiter fortzusetzen oder an die Aufnahmen eines früheren, jetzt fernlebenden oder verstorbenen Beobachters die ihrigen anzuschliessen haben, ferner aber auch für Alle, denen der Staat dieses Kartenwerk widmet, und ganz besonders für die Geologen der Gegenwart und Zukunft, scheint mir nicht nur erwünscht, sondern sogar geboten. Deshalb benutze ich die erste freie Zeit, die mir nach zweijähriger Beanspruchung zur Begründung eines Mineraliencabinets an dem hiesigen Polytechnicum gestattet ist, um alle weder auf den Karten, noch in deren Erläuterungen zur Darstellung gekommenen geognostischen Beobachtungen kurz in dieser Zeitschrift niederzulegen.Bei der Districtsverleihung unter die Mitarbeiter am Beginn dieses Kartenwerkes wurde mir die interessante Umgegend von Halle a. d. Saale mit 9 Blatt übertragen, von denen ich bis zu meiner Berufung hierher im Winter 1870 nur 3 ganz vollenden konnte, die bald im Druck erscheinen werden. Für die anderen gewann ich meist nur die Orientirung und die wissenschaftlichen Prinzipien für die Kartirung dieser und auch der benachbarten, vollendeten Sectionen.Die folgenden Mittheilungen aus (oder besser gesagt über einzelne Theile) der Provinz Sachsen beziehen sich also in erster Linie auf die Messtischblattsectionen No. 245 Gröbzig, No. 246 Zörbig, No. 263 Petersberg, und in zweiter Linie auf No. 244 Cönnern, No. 262 Wettin, No. 264 Landsberg, No. 282 Teutschenthal, No. 283 Halle, No. 284 Gebers, und werden seiner Zeit vor Allen den Fachgenossen hoffentlich nützlich und willkommen sein, denen die Fortsetzung und der Abschluss meiner abgebrochenen Untersuchungen überwiesen wird.