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Mineralogische Mittheilungen.

Bauer, Max

Kurzfassung

I. Allanit vom Schwarzen Krux bei Schmiedefeld im Thüringer Wald. Bereits im Jahre 1848 hat Herr H. Credner in dem hornblendehaltigen Granit von Brotterode im Thüringer Walde kleine Körner und Krystalle eines cerhaltigen, orthitähnlichen Minerals entdeckt und bald darauf gefunden, dass in den meisten Graniten jener Gegend dieses Mineral spärlich eingesprengt vorkommt. Eine bei weitem vorzüglichere Fundstelle solcher cerhaltiger Mineralien, besonders des Allanits, ist aber das Magneteisensteinlager am Schwarzen Krux auf dem Eisenberg bei Schmiedefeld, zwei Stunden östlich von Suhl, im Thüringer Walde, welches Lager Credner. zu den reichhaltigsten Allanitlagerstätten rechnet, die es überhaupt giebt. Auf der Höhe des Eisenbergs ist der Mathildenschacht niedergebracht. Er steht in einem mittelkörnigen Granit. Von demselben gelangt man durch einen Querschlag in das Magneteisensteinlager, vor dem sich erst derber, brauner und schmutzigölgrüner Granat mit körnigem Flussspath und Kalkspath, zuweilen auch mit Molybdänglanz und Pistazit, und ein grobkörniges, granitähnliches Gestein aus grünlichweissem bis lauchgrünem Orthoklas, schwarzgrünem Glimmer, zuweilen in mehr als zollgrossen Krystallen und lichtrauchgrauem Quarz bestehend, findet. Beigemengt findet sich neben octaëdrisch spaltbarem Magneteisen Flussspath, Kalkspath, Amphibol, Molybdänglanz, Axinit und Schwefelkies, besonders Allanit, in Körnern und Krystallen. Aber nicht blos im Granit, sondern auch im feinkörnigen Magneteisen findet sich der Allanit eingesprengt, und zwar hier in besonders schönen Krystallen, von denen auch Credner einen (a.a.O.) beschreibt. Die Göttinger mineralogische Universitätssammlung verdankt der Güte des Herrn Professor v. Seebach einen sehr schön ausgebildeten Allanitkrystall aus dem Magneteisenstein dieser Localität, und bei der grossen Seltenheit guter Krystalle hat wohl die nähere Beschreibung und Abbildung desselben einiges Interesse, um so mehr, als er etwas anders ausgebildet ist, als die anderen bisher bekannten Allanite.