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Beiträge zur Experimentalgeologie

Pfaff, Fr.

Kurzfassung

Es ist eine fast in allen Lehrbüchern der Geologie vorkommende, jedenfalls bei Behandlung strittiger Punkte in derselben regelmässig sich wiederholende Klage, dass dem Geologen das Experimentiren so ausserordentlich erschwert sei. Ob diese Klage in allen Fällen wirklich berechtigt sei, will ich dahingestellt sein lassen. Jedenfalls geht aus denselben so viel hervor, dass wir in der Geologie arm an Experimenten sind, und deswegen möchten denn auch die folgenden, geologische Streitfragen und Erscheinungen betreffenden Versuche für Manchen einiges Interesse haben, so wenig umfassend dieselben auch sind und so sehr sie auch der Ergänzung noch bedürfen. I. Versuche über die Contraction der krystallinischen Gesteine bei der Abkühluug. Bei den vielen Controversen über die Entstehung der Gesteine ist es häufig geschehen, dass man den geschmolzenen Zustand eines Gesteins aus dem Grunde in Abrede stellte, weil die Volumsverminderung bei dem Uebergange aus dem flüssigen in den festen und kalten so bedeutend sei, dass eine solche Zerklüftung des Gesteins hätte eintreten müssen, wie sie durchaus in der Natur an dem fraglichen Gesteine nicht beobachtet werde. Dieser Einwand hat aber dann nur einige Berechtigung, wenn uns die numerischen Werthe der Contraction wirklich bekannt sind und aus diesen mit Nothwendigkeit hervorgeht, dass in der That die so gefundene Volumsverringerung nicht mit den beobachteten Zusammenhangstrennungen oder der Porosität der Gesteine in Einklang zu bringen sei. Soviel mir bekannt ist, liegen in dieser Beziehung nur die Versuche von Bischof vor, der die Contraction des Basaltes bei dem Uebergange von dem flüssigen in den festen Zustand bestimmte. Ich habe in anderer Weise für einige Gesteine die Grösse der Contraction von der Glühhitze bis zur gewöhnlichen Temperatur der Luft bestimmt und zwar in folgender Weise.