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Die Schichten der westlichen Weserkette

Trenkner, W.

Kurzfassung

Meinem Versprechen gemäss gebe ich Ihnen hiermit über meine fortgesetzten Untersuchungen der Schichten der westlichen Weserkette Bericht, wie folgt. Zunächst habe ich zu bemerken, dass im Verther Einschnitte, und zwar in dessen Sohle bis zu einer Tiefe von ca. 1,5 Meter, blauschwarze Thone erschlossen wurden, die sich petrographisch von denen der Zone des Ammonites Davoei, wie ich solche in meiner Arbeit (Jurass. Bildungen der Umgebung von Osnabrück. Erster Jahresber. des naturwissensch. Vereins zu Osnabrück, p. 43) beschrieben, in nichts unterscheiden. Sie führen: Ammonites armatus Sow. Ammonites hybrida D'Orb. Astarte striato-sulcata Roem. Beide Ammoniten weisen auf die Zone des A. Jamesoni Sow. hin. Ausserdem liegt mir aus dieser Schicht ein Planulat (mit ausgezeichnetem Ohr) vor, über den ich bislang noch nichts entscheiden konnte. Aus den Schichten des A. Davoei habe ich nachzutragen: Belemnites compressus Stahl, Pecten priscus Schloth., Leda convexa Roem. Der Schwagsdorfer Einschnitt am Kapellenberge bei Osterkappeln (in meiner Arbeit ,Krebsburger" Einschnitt genannt) hat nichts Neues geliefert, wohl aber der weiter östlich gelegene Lecker Einschnitt, der bei der Lecker Mühle einen kleinen Gebirgsvorsprung in einer Länge von 30 Meter gut aufgeschlossen hat. Hier sind die oberen Schichten der Exogyra virgula, bestehend aus blauschwarzen, von Kalkspathadern reichlich durchsetzten Kalken und graugelblichen, theils sandigen Mergeln, anstehend. In den Kalken fand ich A. Gravesianus D'Orb. und in den Mergeln Exogyra virgula. Ueber die Bestimmung des Niveaus lässt der genannte Ammonit keinen Zweifel. In der westlich von Osterkappeln liegenden Weserkette zeigen sich die geognostischen Verhältnisse wesentlich anders als in dem benachbarten östlichen Theile.