Original paper

Ueber Fahlerz und seine regelmässigen Verwachsungen

Sadebeck, Alexander

Kurzfassung

Im Anschluss an meine früheren Arbeiten über Kupferkies und Blende unterwarf ich das Fahlerz einem genaueren Studium, mit besonderer Berücksichtigung der Beziehungen der drei Mineralien untereinander. Die Krystallform des Fahlerzes ist bis jetzt noch nicht monographisch bearbeitet worden und unsere Kenntniss beruht nur auf dem, was sich in den einzelnen Handbüchern findet und einigen kleineren Mittheilungen, auf die zurückzukommen ich noch Gelegenheit haben werde. Ich bemühte mich hier, die beiden Stellungen, wie bei dem Kupferkies und der Blende, auseinander zu halten, und dies dehnte ich auch auf die scheinbar holoëdrischen Formen aus. Dabei fand ich, dass auch die Formen 2. Stellung vorherrschend entwickelt auftreten, während man bis jetzt immer den herrschenden Formen die 1. Stellung zudictirte. Auch die Zwillingsbildung ist hier von besonderem Interesse, und die Darstellung derselben in den verschiedenen Handbüchern ist nicht ganz naturgetreu. Nirgends findet man aneinandergewachsene Zwillinge erörtert, welche ich beim Fahlerz recht häufig angetroffen habe. Die durcheinandergewachsenen zeigen auch noch wichtige krystallographische Modificationen. Hieran knüpfe ich dann einen Vergleich der Formen mit Kupferkies und Blende, eine Beschreibung der regelmässigen Verwachsungen dieser Mineralien mit Fahlerz, welche einem bestimmten Gesetze unterworfen sind. Damit schliesst der allgemeine Theil, im speciellen werden dann die einzelnen Vorkommnisse abgehandelt und zwar im Wesentlichen die, welche sich im hiesigen mineralogischen Museum der Universität finden. Am Schluss lasse ich noch einige Bemerkungen über die Art der Verwandtschaft von Kupferkies, Fahlerz und Blende folgen und ihre Stellung zur Lehre der Isomorphie, worüber ich in einem besonderen Aufsatze ausführlicher zu berichten gedenke.