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Ueber den Einfluss isomorpher Beimengungen auf die Krystallgestalt des Cölestins

Arzruni, Andreas

Kurzfassung

Es ist schon verschiedentlich darauf hingewiesen worden, dass isomorphe Beimengungen nicht ohne Einfluss auf die Krystallgestalt bleiben. Die bekannteste und frappanteste Thatsache dieser Art liefert für natürlich vorkommende Verbindungen die Reihe der rhomboëdrischen Carbonate. Der Gedanke lag nahe, dass dieselbe Erscheinung, das heisst, die Veränderlichkeit eines ursprünglichen Winkels durch Substitution eines Theils der ursprünglichen Verbindung durch eine mit ihr isomorphe auch an den Sulphaten des Bariums, Strontiums und Bleis zu beobachten sein würde. So erwähnt Hugard, dass im Barytocölestin vom Binnenthale Barium und Strontium in allen möglichen wechselnden Verhältnissen vorkommen und bedingen, dass die Winkel bald mehr denen des Baryts, bald denen des Cölestins sich nähern. Zur Bestätigung dieser Meinung führt Hugard aber keine Analyse an, so dass sie für uns lediglich den Werth einer sehr wahrscheinlichen, aber ungenügend begründeten Hypothese besitzt. Einen bedeutend entscheidenderen Versuch, um der Lösung dieser Frage näher zu kommen, macht A. Auerbach in seiner Monographie des Cölestins. Auf die Verschiedenheit des spec. Gewichts des Cölestins verschiedener Fundorte sich stützend, schliesst Auerbach auf das Vorhandensein veränderlicher Mengen Ba SO4, die als isomorphe Verbindung einen Theil des Sr SO4 ersetzen. Im Zusammenhange mit der Veränderlichkeit des spec. Gewichts hat Auerbach auch eine bestimmte Veränderung in den Winkeln beobachtet und zwar, dass, je grösser das spec. Gewicht sei, um so grösser der Winkel MM und kleiner der Winkel o o werde.