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Ueber den Ursprung der vulkanischen Asche von Herrn A. Scacchi in Neapel

Scacchi

Kurzfassung

Der letzte Ausbruch des Vesuvs vom April d. J. ist nächst demjenigen von 1822 durch die grosse Menge von Asche merkwürdig. Man hat geglaubt, diese pulverförmigen Substanzen, welche man vulkanische Asche zu nennen pflegt, seien durch Verdichtung dampfförmig entwickelter Lavabestandtheile entstanden, jedoch ist die verbreitetste Ansicht die, dass sie durch das Aneinanderstossen und -Reiben der ausgeschleuderten festen Massen während des Emporschleuderns und des Herabstürzens sich bilden. Als Zeuge zahlreicher Vesuvausbrüche vermag ich dieser Erklärung nicht beizupflichten, weil die Auswürflinge nicht so gedrängt hervortreten, dass man an eine Reibung denken könnte, und vollends undenkbar ist es, dass die weichen und noch beim Niederfallen sich abplattenden Lavafetzen zur Entstehung der Asche Anlass gäben. Man muss sich daran erinnern, dass ein Theil dieser durch Luftströme weit fortgeführten feinen Theile eine fadenförmige oder haarförmige Structur besitzt. Gelegentlich des Ausbruchs von 1855 erwähnte ich gewisser Sublimate in Form zerrissener Spinngewebe, die sich in einer Höhlung an einer Ausbruchsstelle gebildet hatten, und die aus Alkalichloriden, gemengt mit feiner röthlicher Asche bestanden. Es dürften also wohl Wasserdämpfe oder Dämpfe von Chlormetallen, welche aus der flüssigen Lava entweichen; diese sehr feinen Theilchen mit sich führen und in die Luft verbreiten. Beobachtungen an den Tagen des 26. bis 30. April d. J. erlauben mir, diese Ansicht noch weiter zu begründen.