Original paper

Ueber die chemische Natur der Vesuvasche des Ausbruchs von 1872

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Der vorstehende Aufsatz, dessen Original ich der Mittheilung Scacchi's verdanke, führt zu der Vermuthung, dass die Vesuvasche nicht sowohl von der Lava selbst, als vielmehr hauptsächlich von der in ihr enthaltenen Leucitsubstanz gebildet werde. Dies liess sich aber durch eine Analyse leicht ermitteln. Zu den Versuchen diente eine Probe von der grauen Asche, welche am 29. April bei la Cercola (nordwestlich von S. Sebastiano und Massa di Somma) gefallen war, und mir durch Herrn J. Roth gefälligst mitgetheilt wurde. Unter dem Mikroskop hat sie dasselbe Ansehen wie diejenige, welche Herr Scacchi auf seinem Hause in Neapel gesammelt, und von der er eine kleine Menge an Herrn Ehrenberg geschickt hatte. Ausser weissen durchscheinenden Körnern, offenbar Leucit, beobachtet man dunkle Partikel, welche bei stärkerer Vergrösserung gleichfalls durcheinend werden. An Wasser giebt die Asche von la Cercola 0,69 pCt. lösliche Salze ab, fast nur Sulphate (Spuren von Chloriden), und zwar hauptsächlich schwefelsauren Kalk. Durch Behandlung mit Chlorwasserstoffsäure zerfällt die . Asche in einen zersetzbaren Theil A und einen unzersetzbaren B. Folgendes sind die Mengen derselben, ihre Zusammensetzung und die Gesammtmischung der Asche: [...]