Original paper

Ueber das Vorkommen von Culm-Schichten mit Posidonomya Becheri auf dem Südabhange der Sierra Morena in der Provinz Huelva.

Roemer, Ferd.

Kurzfassung

Auf der trefflichen geologischen Uebersichtskarte von Spanien, welche man als das höchst werthvolle Ergebniss vieljähriger Studien und Aufnahmen, in dem Lande selbst den Herren E. De Verneuil und E. Collomb verdankt, findet sich das ausgedehnte Gebirgsland der Sierra Morena im Ganzen mit der Farbe der silurischen Gesteine bezeichnet und einige Partien von Granit und anderen Eruptiv-Gesteinen, sowie von Ablagerungen des Steinkohlengebirges, welche inselartig in ihnen auftreten, sind von verhältnissmässig beschränktem Umfange. In der That ist auch für ausgedehnte Theile des Gebirges und namentlich auch für die Umgegend von Almaden dieses Alter durch die Auffindung von einer Anzahl unzweifelhaft silurischer, meistens auch aus der Bretagne und aus Böhmen bekannter Trilobiten, wie namentlich Calymene Tristani, Asaphus nobilis, Trinucleus Goldfussi u. s. w. von denselben Beobachtern mit Sicherheit festgestellt. Allein ebenso zuverlässig wie gewisse Gebiete des Gebirges aus silurischen Gesteinen zusammengesetzt sind, so gehören andererseits bedeutende Theile des Gebirges einem Formationsgliede von viel jüngerem Alter an. Bei einem Aufenthalte in Süd-Spanien während der Monate October und November dieses Jahres habe ich nämlich in dem südlichen Theile der Sierra Morena und zwar in der Provinz Huelva in den Flussgebieten des Rio Tinto und des Rio Odiel dunkle Thonschiefer in weiter Verbreitung angetroffen, welche durch Posidonomya Becheri und andere Fossilien als der Culmbildung angehörig mit Sicherheit bezeichnet werden.