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Über zwei neue Scheelit-Vorkommnisse, das von Graupen in Böhmen und Salzbach im Salzkammergut.

Sadebeck, Alexander

Kurzfassung

In Graupen ist der Scheelit von dem Besitzer der Zinnwerke, Herrn Schiller, aufgefunden worden, und zwar zuerst im Sommer des Jahres 1871. Er hatte die Güte, dem Vortragenden dieses Stück, auf welches er einen sehr grossen Werth legt, zu senden, um es der geologischen Gesellschaft vorzulegen. Zugleich theilt er demselben über das Vorkommen Folgendes mit: Die Scheelite stammen von einem unzweifelhaften Garige, dem Luxer Gange, der hora 12 streicht und unter 30° nach Westen einfällt und auf welchem der tiefe Martinistollen getrieben wird. Dieser Gang ist reichlich 20-24'' mächtig, die Ausfüllungsmasse ist Quarz und stellenweise ist Zinnstein eingesprengt. Es ist dies der einzige der Graupener Gänge, auf dem Wolfram in Partieen sich vorfindet und speciell in der Zeit, als damals der Scheelit gefunden wurde, zeigte sich Wolfram inderben Stücken im Gange. Vorliegendes Stück fand Herr Schiller unter dem ausgekutteten Haufwerk und obwohl alles nachgesucht wurde und den Arbeitern Geldprämien zugesichert wurden, kam kein weiteres Exemplar zum Vorschein. Im März dieses Jahres sind neuerdings ungefähr 10 Klafter entfernt von der alten Stelle kleine Scheelite gefunden worden, von denen zwei das mineralogische Museum erwarb. Bei den Krystallen herrscht das erste stumpfere Octaëder welches in der ausführlichen Arbeit von Bauer über dieses Mineral e genannt ist, und welches leicht an der Streifung zu erkennen ist. Die ganze Art des Vorkommens ist dieselbe, wie die in dem nahen Zinnwald und Altenberg. Die neuerdings gefundenen kleineren Krystalle sitzen auf Quarzkrystallen zusammen mit Würfeln von Flussspath auf, letztere haben auch vielfach auf dem Quarz quadratische Eindrücke hervorgerufen (Babylon-Quarz). In dem grössten Krystall ist die Hauptaxe 6 Mm. lang. Derselbe ist ein deutlicher Zwilling, wie sie Bauer als Juxtapositions - Zwillinge darstellt, welche eine Fläche des zweiten Prismas gemein haben und entspricht der Figur X. in der Bauer'schen Abhandlung. Man kann den einspringenden Winkel, welchen die s - Flächen bilden, deutlich erkennen und überhaupt die Zwillingsgrenze an dem federartigen Zusarnmenstossen der Streifen. Von dem zweiten Fundort an der Knappenwand bei Snlzbach im Salzkammergut, war es leider nicht möglich, eine Probe vorzulegen.