Original paper

Über die in letzter Zeit stattgehabten Aufschlüsse von Braunkohlen und anderen nutzbaren Fossilien im Rböngebirge.

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Die Beobachtungen, die der Vortragende bei seinen wiederholten Untersuchungen, welche zu bergmännischindustriellen Zwecken angestellt wurden, über die dortigen geognostischen Lagerungsverhältnisse machen konnte, lehnen sich wesentlich an die früheren, von Gütberlet und Hassen-Kamp mitgetheilten an; dieselben sind jedoch heutigen Tags durch die neueren Aufschlüsse wesentlich vervollständigt worden. Was zunächst die Braunkohlen betrifft, so treten diese nur auf der eigentlichen hohen Rhön auf; der hohe, nur von den Erhebungen des Basalts gebildete Gebirgsrücken, welcher in seiner nord-südlichen Richtung westlich vom Ulstergrunde, dann, in seiner Wendung nach Südwesten nördlich durch den Lütterbach begrenzt und vom oberen Fuldalaufe durchschnitten wird, bildet das Terrain, auf welchem zur Zeit, sowohl auf dem westlichen Abhange in der Linie von nördlich Tann bis Wüstensachsen, d.h. auf circa 3 Meilen Länge, wie auf dem östlichen von Kaltennordheim bis Hausen, die Braunkohlen nachgewiesen sind. Innerhalb des bezeichneten Winkels treten die Phonolithkegel des Schaafstein, des Teufelsstein, der Milzeburg und isolirte Basaltkuppen auf, aber nirgends werden Braunkohlen gefunden, während im Bereich der eigentlichen hohen Rhön Phonolitherhebungen nicht gefunden werden; nur an dem Nordrande des südwestlichen Theils befinden sich die Erhebungen des Pferdekopfs, der Eube und des Eberberges.