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Mittheilungen aus der Region des Oberharzer Diabaszuges zwischen Osterode und Altenau

v. Groddeck, A.

Kurzfassung

Geognostische Untersuchungen, die ich im Laufe der verflossenen Sommerferien im Gebiete des grossen Oberharzer Diabaszuges angestellt habe, bestätigten die schon anderweitig für einzelne Stellen (Hutthal) ausgesprochene Erkenntniss, dass in jenem ausgezeichneten, weithin fortstreichenden Vorkommen nicht ein Rücken oder Lager ein und derselben eruptiven Masse vorliegt, dass vielmehr der ganze Zug sich als eine regelmässiggegliedertes Schichtensystem mit eingeschalteten vorwaltenden Lagern von nach Gesteinsbeschaffenheit und Lagerung verschiedenen Diabasen darstellt, wie die folgenden genaueren Ausführungen zeigen sollen. Die Untersuchung konnte von Osterode, wo der Diabaszug unter dem Zechstein und mächtigen Ablagerungen von Sösegeröllen verschwindet, nur bis in die Gegend von Altenau fortgesetzt werden, da Berufsgeschäfte und ungünstige Witterung der Arbeit eine Grenze setzten. Als allgemeine Bemerkung sei vorausgeschickt, dass alle Aufschlüsse in dem bezeichneten Gebiet eine sehr steile parallele Schichtenstellung zeigen. Ein Streichen, welches zwischen Stunde 3 und 5 schwankt und ein Einfallen von circa 60-70° gegen Südosten, seltener gegen Nordwest, ist überall zu beobachten. Nur an einer einzigen Stelle, am Polsterthaler Teiche, kenne ich eine Ausnahme von dieser Regel. Angesichts dieser Thatsache macht es den Eindruck, als ob die alte Anschauung von der parallelen steilen Schichtenstellung des ganzen Harzes in diesem Gebiet entstanden sein müsste. Vom Breitenbusch bei Osterode bis zum Polsterthaler Teich, unweit Altenau, zeigt der Diabaszug keine Unterbrechung Bis etwa 200 Schritt oberhalb dieses Teiches ist der Zug deutlich zu verfolgen; ob derselbe mitten durch den Teich setzt, lässt sich nicht ermitteln, doch ist es wahrscheinlich, da an der nördlichen Teichdaminecke, wo die alte Eisensteingrube Serepta gebaut hat, noch Blatterstein ansteht. Nach Ansicht mancher Eisensteinbergleute hat der Zug hier sein Ende erreicht; mir ist erzählt, dass man nordöstlich von der Serepta vergeblich nach Eisenstein und Crünstein geschürft habe.