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Studien aus dem Gebiete des Rheinischen Devon.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

III. Die Fauna des Rotheisensteins von Brilon in Westfalen. Die ausgezeichneten Rotheisensteine, welche zwischen Brilon und Giershagen in Westfalen vorkommen, sind bekanntlich schon seit alter Zeit Gegenstand eines wichtigen Bergbaus. Die geognostischen Verhältnisse, unter denen das Erz auftritt, sind bereits mehrfach beschrieben, so schon vor längerer Zeit durch H. v. Dechen (Karsten's Archiv Bd. XIX., pag. 453. 1845) und in/neuerer Zeit durch R. Stein (Geognostische Beschreibung der Umgegend von Brilon, diese Zeitschrift Bd. XII., pag. 208. 1860). Indem ich in Betreff weiterer Information auf die genannten Arbeiten verweise, will ich nur bemerken, dass die fraglichen Eisensteine überall als Contactlager zwischen Diabasen oder Schalsteinen und devonischem Kalkstein auftreten und ein Umwandlungsproduct dieses letzteren darstellen. Der Briloner Eisenstein ist nun durch den Reichthum und die zum Theil ausgezeichnete Erhaltung seiner Versteinerungen für den Geologen in hohem Grade merkwürdig. Dennoch haben dieselben erst in verhältnissmässig später Zeit die Aufmerksamkeit der Paläontologen auf sich gezogen. Murchison und Sedgwick sind meines Wissens die ersten, die im Jahre 1842 in ihrer Arbeit über die paläozoischen Ablagerungen in Norddeutschland und Belgien (Transact. Geol. Soc. 2 ser., vol. VI., pag. 240) das Vorkommen von Stringocephalus und Calceola sandalina neben Goniatiten im Briloner Eisenstein anführen, von welchen Angaben jedoch die über das Vorhandensein von Calceola unrichtig ist. Die von den englischen Autoren erwähnten Goniatiten wurden von Archiac und Verneuil in ihrer sich an die genannte Schrift anschliessenden Abhandlung über die Versteinerungen in den älteren Ablagerungen der Rheinischen Provinzen (1. c. pag. 221) als neue, dem Eisenstein eigenthümliche Arten beschrieben. Erst Ferd. Roemer's 1844 erschienenes ,Rheinisches Uebergangsgebirge" brachte weitere Angaben über die im Briloner Erze vorkommenden organischen Reste.