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Neue Fossilien aus dem Rheinischen Devon.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

1. Amplexus irregularis n. sp., Taf. XXVII., Fig. 7. Das abgebildete, in der Sammlung der hiesigen Bergakademie aufbewahrte Bruchstück stammt aus dem Stringocephalenkalk (oberen Mitteldevon) von Brilon in Westfalen. Es hat eine fast cylindrische Gestalt bei einem Durchmesser von 15 und einer Länge von nicht ganz 50 Mm. Am Rande treten 48 wohlentwickelte Radiallamellen hervor, die sich auf der Aussenseite als starke Rippen geltend machen. Dieselben werden von mehr oder weniger schief und unregelmässig stehenden, ringförmigen Querwülsten durchsetzt. Höchst eigenthümlich ist die Beschaffenheit der sehr vollkommen entwickelten Querscheidewände oder Böden. Auf einen nahezu horizontalstehenden Boden pflegen in geringem Abstände zwei andere zu folgen, welche sich mit unregelmässiger, flach trichter- bis schüsseiförmiger Rückbiegung derart auf den ersten legen-, dass sie denselben meist etwas vor der Mitte berühren. In grösserem Abstände folgt über diesen unregelmässigen wieder eine nahezu ebene Scheidewand, an welche sich abermals einige unregelmässig zurückgebogene anlegen, wie das der Längsschliff Fig. 7 d erläutert. Während bekanntlich die Mehrzahl der Amplexus-Arten mehr oder weniger ebene Querscheidewände zeigen, so giebt es einige, bei denen dieselben von der ebenen Gestalt in verschiedener Weise abweichen. Eine derartige Abweichung zeigt A. tintinnabulum Quenst. (Petref. 2. Aufl. pag. 794, t. 76, f. 33) aus dem Bergkalk von Kildare und A. infundibulans F. A. Roem. (Beitr. n.-w. Harzgeb. pag. 133, t. 19, f. 1) aus dem Stringocephalenkalk von Elbingerode. Die Böden bilden bei diesen beiden Arten tutenförmig in einander steckende Trichter. Eine andere Abweichung zeigt die Form der Böden bei A. lineatus Quenst. bei F. A. Roem. 1. c. pag. 142, t. 21, f. 13 aus dem oberdevonischen Kalke des Iberges. Hier sind die Querwände in der Mitte convex, am Rande tief sackförmig zurückgebogen (conf. Dames, Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. Bd. XX., Taf. 10, Fig. 2 a). Eine ähnliche Gestaltung der Böden aber, wie sie die beschriebene Briloner Art zeigt, ist mir bei keiner anderen Amplexus-Art bekannt.