Original paper

Ueber den Spilosit und Desmosit Zucken's, ein Beitrag zur Kenntniss der Contactmetamorphose

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Wenn ich auf die von Zincken unter dem Namen Spilosit zuerst aufgeführten Contactschiefer noch einmal zurückkomme, nachdem ich dieselben vor nicht langer Zeit in dieser Zeitschrift ihrem geologischen und petrographischen Vorkommen nach geschildert habe und nachdem mein Freund und Begleiter auf meinen Excursionen E. Kayser ihre chemisch - mineralogische Untersuchung in überaus gründlicher Weise ausgeführt hat, so geschieht dies, um einer irrigen Auffassung der Natur dieser Gesteine zu begegnen, welche, an verschiedenen Stellen wiederholt, jüngst den prägnantesten Ausdruck in einem Aufsatz des Herrn v. Lasaulx erbalten hat, ,Beiträge zur Mikromirieralogie; metamorphische Erscheinungen" (Poggend. Ann. Bd. CXLVII. Stück I. Heft 9, S. 141, Heft 10, S. 283, und Leonh. Gein. Jahrb. Jahrg. 1872, S. 821). Der Verfasser, der in seinen trefflichen petrographischen Studien an den Gesteinen der Auvergne geognostische Beobachtung an Ort und Stelle, chemische und mikroskopische Analyse zu einer Gesammtwirkung vereinte, wie sie die Wissenschaft sich für jedes geologische Gebiet wünschen muss, hat in seiner jüngsten Arbeit, wie ich gleich hier aussprechen will, meines Erachtens zu sehr das Mikroskop in den Vordergrund gestellt und der geognostischen Grundlage zu wenig Rechnung getragen, als dass die Schlüsse, welche er aus der mikroskopischen Untersuchung einer Anzahl Dünnschliffe sogenannter metamorphischer Gesteine über deren Entstehung gezogen hat, von dem praktischen Geognosten nicht angefochten werden sollten.