Original paper

Ueber die Zusammensetzung des Stauroliths.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Vor zwölf Jahren zeigte ich, dass die Staurolithe nicht Eisenoxyd; sondern Eisenoxydul, öfters allein, meist neben kleinen Mengen Oxyd enthalten. Sonst aber wiederholte sich die schon bekannte Erscheinung des veränderlichen Kieselsäuregehalts, der in 10 untersuchten Abänderungen von 30 auf 50 pCt. stieg, während das Atomverhältniss R : R immer =1:2 blieb. Ich deutete damals an, es könne sich bei den Staurolithen ähnlich verhalten wie bei den Feldspathen, bei welchen R2 Al oder Ca Al mit n Si in den einzelnen Gliedern auftritt, ohne dass dadurch die Form sich ändert. Staurolith könne also R R2 Sin O2n+7 ein. Im Jahre 1865 gab Lechartier an, er habe in gewissen Staurolithen (Bretagne, Bolivia) unter dem Mikroskop rothe und weisse Körner beobachtet. Behandelte er Bruchstücke mit Flusssäure, so wurden sie zellig und es blieben nur rothe Körner übrig, welche in allen Fällen dieselbe Menge Kieselsäure, 28 - 29 pCt., d. h. soviel enthielten, wie die säureärmsten, durchsichtigen, offenbar reinsten Abänderungen, z.B. vom Gotthardt. Auch das V. G. war dann das nämliche. Zugleich machte Lechartier darauf aufmerksam, das jeder Staurolilh beim Glühen chemisch gebundenes Wasser verliert, dessen Menge 1,3-1,5 pCt. beträgt. Man konnte hieraus den Schluss ziehen, dass in allen Staurolithen dasselbe Silikat stecke, neben einer durch die Säure ausziehbaren veränderlichen Menge Kieselsäure. Da Lechartier keine Analysen angestellt hat, so bedurfte diese Frage noch der Bestätigung, welche ich nun durch neue Versuche gefunden habe.