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Notiz über ein Diluvial-Geschiebe cenomanen Alters von Bromberg

Dames, W.

Kurzfassung

Vor Kurzem übergab Herr cand. phil. Arthur Krause aus Bromberg der paläontologischen Sammlung des hiesigen Königl. Mineralienkabinets ausser einigen Jurageschieben Bruchstücke eines Geschiebes, das seiner petrographischen und paläontologischen Beschaffenheit wegen ein außergewöhnliches Interesse beansprucht. Da die Auffindung eines Gesteines eines geologischen Alters, von dem gleich zu reden sein wird, in Diluvialbildungen bisher durchaus vereinzelt dasteht, so musste um so genauer die wirkliche diluviale Natur festgestellt werden. Behufs dessen wandte ich mich an Herrn Krause, der so gütig war, mir über die Auffindung folgende Mittheilung zu machen: ,Zwischen der Brahemündung und dem Städtchen Fordon ,weiter unterhalb (an den sogenannten Schwedenschanzen) ,wird das westliche Ufer der Weichsel von einer ungefähr ,60 - 100' hohen, aus diluvialen Sand- und Lehmschichten ,bestehenden steilen Wand gebildet, an deren Fusse ungefähr ,1000 Schritt lang ein schmaler, von Geröllen dicht bedeckter ,Strand frei bleibt. Die Gerölle bestehen aus den gewöhn- ,lichen nordischen Geschieben, Beyrichienkalk herrscht vor. ,Unter ihnen lag der vom Wasser ganz gerundete, ungefähr ,1/8 Kubikfuss haltende Kreideblock; ich zerschlug ihn und ,nahm nur einige Stücke mit. - Als ich ein Jahr darauf die ,von dem verstorbenen Professor Lehmann aus Bromberg ,angelegte und der dortigen Realschule geschenkte Geschiebe- ,sammlung durchmusterte, fand ich darin ein kleines Stück ,derselben Kreide, aber nur Serpulen enthaltend, von demsel- ,ben Fundort. Da ich nicht weiss, zu welcher Zeit dasselbe ,gefunden ist, muss ich es unentschieden lassen, ob es ein ,zweiter Fund ist, oder ob es zu den von mir zurückgelasse,nen Stücken gehört. Jedenfalls will ich versuchen, mir dar- ,über Gewissheit zu verschaffen. - Bei einem späteren Be- ,,suche der Fundstelle fand ich, trotzdem ich speciell darauf ,ausging, kein ähnliches Gestein.