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Ueber eine Reise nach den Gebirgen des Iliniza und Corazon und im Besonderen über eine Besteigung des Cotopaxi.

Reiss, W.

Kurzfassung

Am 5. November begab ich mich von Quito aus auf geradem Wege nach dem Landgute (bacienda) von Chaupi, woselbst mir Herr Felipe Barriga seine Gastfreundschaft anbot und mir ortskundige Führer, so wie Alles, was zur Erforschung des Iliniza und Corazon erforderlich war, beschaffen half. Der Iliniza besteht aus zwei deutlichen Spitzen. Die nördliche scheint die ältere zu sein, so dass die Ausbrüche des südlichen Gipfels zum grossen Theile den Südabhang des nördlichen zudeckten. Auf solche Weise entsteht zwischen den beiden Spitzen eine Einsattelung, welche gegenwärtig der vom Südgipfel herabziehende Gletscher (helera) erfüllt. Diese Einsattelung, welche ziemlich breit ist, veranlasst, in Folge der von Ost nach West gerichteten Abdachung, den Gletscher gegen das obere Ende des Hondon de Cutucuchu herabzufliessen. Beinah alle hohen Spitzen der westlichen Cordilleren sind sehr steil und haben liefe Thäler in den westlichen Gehängen; doch macht der Iliniza eine Ausnahme von dieser Kegel, so dass es leicht ist, diese Gehänge zu Pferde zu überschreiten, indessen tiefe und beinahe unzugängliche Schluchten (quebradas), welche auf den Hochebenen von Callo und Machache ausmünden, an der Ostseite herabziehen. Sicherlich ist der Iliniza einer der schönsten Gipfel des nordlichen Ecuador; seine vereinzelte Stellung, seine bedeutende Höhe und die Vereinigung der beiden schneebedeckten Spitzen lassen ihn neben allen übrigen Gipfeln dieser Cordillere hervortreten.