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Ueber Herschelit und Seebachit

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Levy bezeichnete im Jahre 1826 ein mit Phillipsit zu Aci Castello in einer alten Lava vorkommendes Mineral als Herschelit. Es sind scheinbar regelmässige sechsseitige Prismen, deren abwechselnde Flächen breiter sind, mit einer stumpfen dreiflächigen Zuspitzung. Seine Selbständigkeit ist später bezweifelt worden, denn Brooke und Miller vereinigen ihn mit dem Gmelinit. Des Cloizeaux fand, dass von den drei Endflächen zwei einen Winkel von 125° bilden, die dritte aber mit einer jeden derselben 136" macht, woraus er schloss, das jene beiden einem Rhomboëder, diese einem stumpferen angehören, welche beiden er allerdings gleichfalls auf die Gmelinitformen bezieht. Zugleich aber fand Des Cloizeux den Herschelit optisch einaxig. Zu ganz anderen Resultaten gelangte V. v. Lang, welcher ausserdem Aci reale und die Cyklopeninseln als Fundorte des Herschelits aufführt. Denn nach ihm sind die Krystalle rhombische Prismen von 120°, deren sechs nach einer Prismenfläche verwachsen sind. Das Axenverhältniss giebt er a:b:c = 0,577:1:0,857 an. Wollte man die von Des Cloizeaux beobachteten Zuspitzungsflächen als zweite Paare deuten, so würden ihre Neigungen = 120° und 110° gegen das Prisma auf b:2/3 c und b : 2/5 c : infinity sign a führen. Vor einigen Jahren fand Ulrich in einem basaltischen Gestein nahe dem Flusse Yarra und bei Ballarat in Victoria (Australien) Krystalle, welche er als Herschelit bezeichnete. Auscheinende Dihexaëder mit Seitenkantenwinkeln von 134° 10', mit der Endfläche und einem stumpferen Dihexaëder zweiter Ordnung, welches die Ecken jener Combination abstumpft, und 145° in der Seitkante misst. Er bemerkte aber zugleich flach einspringende Winkel auf den Flächen der beiden Dibexaëder, und beschrieb und zeichnete verschiedene Combinationen, an denen auch das Prisma vorhanden ist.