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Geognostisch-mineralogische Fragmente aus Italien.

v. Rath, Gerhard

Kurzfassung

IX. Aus der Umgebung von Massa marittima. In einer früheren Mittheilung (s. diese Zeitschr. Bd. XX, S. 307) versuchte ich, die Berge von Campiglia in der Toskanischen Maremme und ihre merkwürdige Erzlagerstätte zu schildern. Als eine Ergänzung und Erweiterung der damals gegebenenen Darstellung mögen die folgenden Bemerkungen über den Granit von Gavorrano, die Kupfergruben von Massa, über den Trachyt von Roccastrada und, Roccatederighi, denen sich eine Mittheilung über Travale und die dortigen Borsäure-Soffioni anschliessen werden, nicht unwillkommen sein. Das Dorf Gavorrano liegt 824 p. F. (267,5 M.) hoch, nahe der Station Potassa an der toskanischen Maremmenbahn, auf einem kegelförmigen Hügel, welcher gegen Süd mit dem ausgedehnten Bergsystem von Castiglione della Pescaja sich verbindet. Dies Gebirge von Castiglione, ein deutliches Beispiel des merkwürdigen Reliefs der Maremme, bildet ein auf kreisförmiger, zehn Miglien im Durchmesser haltender Basis sich erhebendes System von Hügeln, welches in seinen mittleren Theilen bis etwa 650 M. emporsteigt und, fast vollständig isolirt, in Nord und Ost durch die Ebenen von Follonica und Grosseto, gegen Süd und West vom Meere begrenzt wird. Das flache Gewölbe dieses Systems gliedert sich in lauter rundliche Kuppen. Aehnliche Hügelsysteme bilden das Maremmenland. Zwischen denselben dehnen sich weite Tiefebenen aus, z. B. diejenige der Cornia, die beiden eben erwähnten von Follonica und Grosseto, weiter südlich die Ebene der Albegna, in denen die Flüsse nahe ihrer Mündung sfragniren, und aus den brachischen Sümpfen die Fieberluft, diese Geissel der Maremme, ihren Ursprung nimmt.