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Notiz über das Vorkommen von Homoeosaurus Maximiliani H. v. M. in den Kimmeridge-Bildungen von Ahlem unweit Hannover.

Struckmann, C.

Kurzfassung

Der kleine den beutigen Lacerten ausserordentlich ähnliche und von Hermann v. Meyer Homoeosaurus Maximiliani benannte Saurier ist von jenem ausgezeichneten Forscher zu drei verschiedenen Zeiten und nach einer gleichen Anzahl von Exemplaren ausführlich beschrieben und abgebildet worden, zum ersten Male im Jahre 1847 in einer eigenen in Frankfurt erschienenen kleinen Schrift, betitelt: ,Homoeosaurus Maximiliani und Rhamphorhynchus (Pterodactylus) longicaudus, zwei fossile Reptilien aus dem Kalkschiefer von Solenhofen" etc. nach einem Exemplare, welches das damalige herzoglich Leuchtenbergische Naturalienkabinet zu Eichstädt im Jahre 1844 erhalten hatte und welches später in die patäontologische Sammlung des Bairischen Staats zu München übergegangen ist. Der Fundort desselben ist nicht mit Genauigkeit bekannt; jedoch gehört des Gestein zu den schweren Lagern des Solenhofer jurassischen Kalkschiefers, welche in dickere Schichten sich ablösen. Dieses erste Exemplar ist nur in einigen Theilen gut erhalten, namentlich fehlen fast die gesammten Rückenwirbel, ebenso der grösste Theil der Beckengegend, und ein Theil des Schwanzes. Das zweite Exemplar erhielt H. v. Meyer durch Dr. Oberndorfer aus dem lithographischen Schiefer von Kelheim in Baiern und wurde in dem grösseren Werke ,Reptilien aus dem lithographischen Schiefer des Jura in Deutschland und und Frankreich, Frankfurt 1859" (p. 102 Taf. 11 Fig. 1-3) ausführlich dargelegt und abgebildet; ein drittes Exemplar endlich, ebenfalls zu Kelheim gefunden, wurde im Jahre 1866 von H. v. Meyer im XV. Bande der ,Palaeontographica" (p. 49 Taf. X.) eingehend bebandelt und auch in natürlicher Grösse abgebildet; auch dieses ist nicht ganz vollständig, indem ein Theil der Rückenwirbel und ein erhebliches Stück des Schwanzes fehlt; die Beckengegend und der Kopf ist dagegen besonders gut erhalten; dennoch aber wird von den Zähnen keine Spur wahrgenommen. H. v. Meyer führt in der zuletzt citirten Abhandlung noch an, dass die damals bekannten drei Exemplare von Homoeosaurus Maximiliani jetzt wahrscheinlich in der paläontologischen Sammlung des Bairischen Staats zu München vereinigt sind. Weitere Funde sind, so viel ich habe erfahren können, nicht veröffentlicht worden, obwohl es leicht möglich ist, dass in den letzten Jahren zu Kelheim im lithographischen Schiefer noch weitere Exemplare vorgekommen sind. Jedenfalls gehört das Vorkommen von Homoeosaurus Maximiliani zu den Seltenheiten, und aus den jurassischen Bildungen des nördlichen Deutschlands war dasselbe bislang vollständig unbekannt. Um so interessanter erscheint mir das Auffinden dieses nicht unwichtigen kleinen Sauriers in den Kimmeridge-Bildungen vun Ahlem unweit Hannover, jener Fundstelle, die in den letzten Jahren eine so reiche Ausbeute oberjurassischer Fossilien geliefert hat, und zwar interessant aus doppelten Gründen, einmal weil dadurch wiederum ein Glied gefunden ist, welches die Fauna des Norddeutschen und Süddeutschen oberen Jura verkettet, und sodann weil die Exemplare von Ahlem neue Aufschlüsse über die Organisation des Thieres gewähren und frühere Beobachtungen in einigen sehr wichtigen Punkten ergänzen. Aus diesen Gründen erscheint mir eine kurze Notiz über die von mir gemachte Entdeckung in dieser Zeitschrift gerechtfertigt; ich vermag die Abbildung allerdings nur mit einigen wenigen Bemerkungen zu begleiten, indem ich eine ausführliche Beschreibung gerne einer kundigeren Feder überlasse.