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Ueber fossile Phyllosomen von Solenhofen

von Seebach, K.

Kurzfassung

Wie bekannt, hat 1839 zuerst Graf Münster jene wenig scharfen Abdrucke aus dem lithographischen Kalke von Solenhofen beschrieben (Beitr. z. Petrefk. I. S. 84 t. 8 f. 3 u. 4), die er für Arachnoideen erklärte und unter dem Namen Phalangites priscus zu der Ordnung der Phalangida stellen wollte. Bei den Arachnoideen liess sie auch J. R. Roth, der nach erneuter Untersuchung 1851 ein Abdomen an ihnen zu erkennen glaubte. (Münchener gel. Anz. S. 164 mit Holzschnitt.) Er versetzte sie unter die Araneida und schuf, da die Taster durchaus wie Füsse entwickelt seien, für sie die neue Gattung Palpipes, indem er der älteren Art P. priscus Münst. sp. noch eine zweite als P. Cursor hinzufügte. Zwei lange von dem, was er als Hinterleib deutete, ausstrahlende Borsten, die er für deutlich gegliedert erklärt, werden für lange Spinnwarzen gehalten. Bronn hat 1851-52 in der zweiten Auflage der Lethaea dieser Auflassung nichts wesentlich Neues hinzuzufügen gewusst und Quenstedt lässt dieselben 1852 (Petrefactenkunde S. 308) noch bei den Phalangiten. Er ,weiss nicht bestimmt, ob die Zacken auf der Hinterseite des Körpers auch noch etwas bedeuten" und schreibt ihnen ,vorn zwischen den vier Beinpaaren noch zwei lange ziemlich dünne Taster" zu. ,Obgleich leicht mit ihnen zu verwechseln", will Quenstedt von ihnen noch einen Pycnogonites uncinatus trennen, ,an dem man fünf Paar Beine sicher unterscheiden kann, von denen viele deutlich in Krallen enden; bei manchen sieht man sogar sechs Paare. Oefter stehen zwei von den übrigen getrennt, wodurch die Länge des Körpers angedeutet sein konnte." Erst 1861 hat Herm. v. Meyer (Jahrb. f. Min. S. 561) Zweifel gegen die Zugehörigkeit dieser fossilen Formen zu den Arachnoideeu geäussert, indem er die von J. R. Roth als Abdominalränder gedeuteten Chitinstreifen als ein fünftes Fusspaar erkannte und diese Auffassung dann im April 1863 (Palaeontographica Bd. X. p. 299-304 und t. 50, f. 1-4) näher begründet und ausführt.