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Das Keilbein und der Zungenbeinapparat von Arckegosaurus Decheni

Martin, Karl

Kurzfassung

In der paläontologischen Sammlung zu Göttingen befinden sich unter ändern, zahlreichen Ueberresten von Archegosaurus Decheni auch zwei Schädel, an denen sich Keilbein und Zungenbein nicht nur mit Sicherheit als solche bestimmen lassen, sondern die auch über den bisher unbekannten Bau des letzteren besonders interessante Aufschlüsse geben. Von meinem hochverehrten Lehrer, dem Herrn Professor v. Seebach, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, und zu näheren Untersuchungen über diesen Gegenstand angeregt, welche die folgenden Resultate lieferten. Kaum sind bei der Deutung irgend eines anderen Knochenstücks des Archegosaurus mehr Differenzen gewesen, als bei der Auffassung des Keilbeins und des Zungenbeins. Goldfuss, welcher zuerst das Keilbein beobachtete, hielt es, durch den Erhaltungszustand getäuscht, für einen Theil des mittleren Kehlschildes und gab es mit diesem zusammen als Zungenbein aus; Burmeister, welcher an besser erhaltenen Exemplaren das Getrenntsein beider Knochen nachwies, schloss sich doch darin an Goldfuss an, dass er den vorderen Knochen als Zungenbein ansah, während er den hinteren richtig als Kehlschild deutete. Erst Herm. v. Meyer hat die wahre Natur des einen Knochens als Keilbein erkannt, hat es aber mehrfach ausgesprochen, dass er sich darüber nicht vollkommen sicher sei. Er sagt: ,Ich leugne indes nicht, dass es auffallen muss, in der Nähe des hinteren, breiteren Theiles dieses Knochens Knöchelchen wahrzunehmen, die wenigstens zum Theil Zungenbeinhörner sein und Veranlassung geben könnten, das Keilbein für das Zungenbein zu halten." (Palaeontogr. Bd. VI. pag. 106 und ebendus. pag. 88.)