Original paper

Ueber Umwandlung von verstürzter Holzziminerung in Braunkohle im alten Mann der Grube Dorothea bei Clausthal

Hirschwald, Julius

Kurzfassung

Man ist bisher wohl allgemein der Ansicht gewesen, dass die Umwandlung von Holz in Braunkohle ein aber die Dauer der historischen Zeit weit hinausgehender Process sei, und man findet in der That die Holzpflöcke der Pfahlbauten, ja sogar die in den oberen Diluvialschichten eingeschlossenen Holzstämme in ihrer Umwandlung nicht annähernd so weit vorgeschritten, dass sie der jüngsten Braunkohlenvarietät, der fasrigen Braunkohle, auch nur entfernt, gleichgestellt werden könnten. Um so interessanter erscheint daher ein Vorkommen, welches den Beweis liefert, dass unter günstigen Bedingungen in einem Zeitraum von höchstens 400 Jahren Fichtenholz in Lignit, ja sogar in Pechkohle umgewandelt werden kann. In den ausgedehnten Crubenbauten des Burgstädter Hauptzuges bei Clausthal am Oberbarz und vorzugsweise in denen der Grube Dorothea, finden sich von Alters her mehrfach Stollenstrecken, welche der frühesten Zeit des dortigen Bergworksbetriebes angehören und zum Theil mit Abraumgesteinen erfüllt sind. Nicht selten sind diese Strecken später selbst zu Bruch gegangen und die Zimmerung derselben ist in dem oben erwähnten Abraum, dem alten Mann, begraben worden. Diese, den Stollen erfüllende Abraummasse besteht vorzugsweise aus Thonschieferbrocken, welche von den Grubenwässern stark durchsickert werden. An vielen Stellen sieht man die zusammengebrochene alte Zimmerung des Stollens aus dem Abraum hervorragen. Das Holz ist in der Grube vollständig nass und von lederartiger Consistenz; mehrere Stücke davon, die mit der Hacke losgearbeitet wurden, erhärteten jedoch an der Luft schon in kurzer Zeit zu einer festen, vollständigen Braunkohle, welche auf der Oberfläche von brauner Farbe und deutlicher Faserstructur war, auf dem Querbruch dagegen das Ansehen einer völlig schwarzen, glänzenden Pechkohle zeigte.