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Ueber Ptychomya

Dames, W.

Kurzfassung

In seiner Monographie der Myen bildete Agassiz auf Taf. XI. Fig. 3 und 4 ein sehr dürftiges Bruchstück einer zweischaligen Muschel ab, welches ihm jedoch genügte, daraufhin eine neue Gattung aufzustellen, die er Ptychomya (und die abgebildete Species Ptychomya plana) nannte. Eine Beschreibung dazu hat er nicht gegeben. D'Orbigny erkannte aus dieser Abbildung, dass das fragliche Bruchstück zu seiner Crassatella Robinaldina gehöre und reclarnirte (1. c. p. 316) seine Priorität. Agassiz erwiderte hierauf in der später erschienenen ,Préface" zu seinen Myen ,son aspect extérieur est cependant bien different de celui des Crassatelles."-Damit schien das Genus Ptychomya aus der Literatur verschwinden zu sollen; wenigstens stellten es alle Handbücher, wie Pictet's, Quenstedt's und Woodward's, sich auf D'Orbigny berufend, einfach als Synonym zu Crassatella.-In der 4. Serie ihrer ,Materiaux pour la paleontologie de la Suisse", und zwar in der ,3. Partie de la description des fossiles du terrain cretnce des environs de Ste. Croix" rebabilitirteu jedoch Pictet und Campiche dasselbe, sich darauf stützend, dass das Schloss von dem der Crassatellen zu verschieden sei, als dass es nicht generisch zu trennen sei. Sie gaben eine neue Diagnose von Ptychomya und erläuterten ausführlich die Beziehungen und Verschiedenheiten von Crassatella, als hauptsächlichsten Unterschied beider die verschiedene Schalsculptur hervorhebend. In der Nähe der Crassatellen Hessen sie das Genus jedoch auch. An derselben Stelle finden wir es auch in dem schonen Werke von Stoliczka, ,Palaeontologia indica Cretaceous fauna of southern India vol. III. The Pelecypoda." 1871. pag. 293, der ausserdem eine noch ausführlichere Uebersieht über die bis dahin bekannten Arten hinzufügt, als es Pictet und Campiche gethan hatten und auch auf die Verschiedenheiten der inneren Schaltheile von Crassatella hinweist. - Weiter ist mir über das Genus Ptychomya als solches in der Literatur nichts bekannt. Das sehr schöne und reichhaltige Material, welches das hiesige palaeontologische Museum von diesem Genus besitzt, veranlasste mich, eine genauere Untersuchung desselben anzustellen, und da die Resultate derselben von denen der früheren Autoren in manchen Punkten erheblich abweichen, glaubte ich dieselben veröffentlichen zu sollen.