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Ueber Strigovit von Striegau in Sehlesien

Websky

Kurzfassung

Der für die Wissenschaft zu früh verstorbene Dr. Becker, zuletzt in München, beschrieb in seiner Inaugural-Dissertation (November 1868-im Auszuge: Leonhard's Jahrbuch 1869, pag. 236) ein neues Mineral, dem er den Namen Strigovit beilegte und das von ihm in den Drusenräumen des Granits westlich und nordwestlich von Striegau in Schlesien sehr verbreitet gefunden wurde; es bedeckt ziemlich häufig die älteren in jenen Drusenräumen auskrystallisirten Mineralien, Quarz, Orthoklas, Albit, Epidot als dünner Ueberzug, seltener häufen sich die mikroskopisch - kleinen Kryställchen zu grösseren Ballen an. Die äusseren Kennzeichen, wie sie Becker angiebt, sind folgende: die Farbe ist frisch schwärzlichgrün, ähnlich der des Ripidoliths vom St. Gotthard, verändert sich aber bald unter Einwirkung von Luft und Feuchtigkeit in's Bräunliche; das Pulver ist graugrün; die sehr kleinen Krystalle erscheinen unter dem Mikroskop als scharfkantige, kurze, sechsseitige Säulchen, nach dem Verhalten im polarisirten Licht dem hexagonalen System angehörend; sie scheinen nicht biegsamblättrig zu sein. Das Mineral ist sehr leicht von Säuren unter Abscheidung pulverförmiger Kieselsäure zersetzbar; im Kolben giebt das Mineral sogleich Wasser ohne Farbenveränderung; im offenen Rohr geglüht wird es braunroth, im Kohlensäurestrom heftig geglüht wird das Mineral schwarz mit einem Stich in's Rothe; es schmilzt ziemlich schwer für sich im Löthrohrfeuer zu einem schwarzen Glase, in der Regel ohne die äussere Flamme zu färben, zuweilen erscheint die Flammenfärbung des Flussspaths, von dem gelegentlich Körnchen beigemengt sind. Die von Becker und mir damals, als man zuerst auf das Mineral aufmerksam wurde, ausgeführten Untersuchungen sind mit nicht mehr unverändertem Material vorgenommen worden, wie die Differenzen zwischen den Angaben von FeO und ...eO mit den sogleich zu erwähnenden Zahlen ergeben.