Original paper

Ueber Grochauit und Magnochromit.

Websky

Kurzfassung

Dr. Bock hat in seiner Inaugural-Dissertation (Breslau, Nov. 1868) seine Untersuchungen über das bei Grochau, südlich Frankenstein in Schlesien, im Serpentin vorkommende Chromerz publicirt und für dasselbe den Namen Magnochromit vorgeschlagen, indem es sich unter den zur Spinell-Gruppe gehörenden Chromerzen durch hohen Magnesia - Gehalt auszeichnet. Die werthvolle Arbeit ist nicht zur allgemeinen Kenntniss gekommen; es scheint mir zweckmässig, das für die Mineralogie Wichtige darin hier im Auszuge wiederzugeben und einige Vervollständigungen hinzuzufügen. Der Magnochromit unterscheidet sich von den übrigen analog constituirteri Chromerzeu durch den Mangel an Metallglanz und durch ein niedriges Volumen-Gewicht, das freilich zum Theil in mechanischen Beimengungen seinen Grund hat. An älteren Nachrichten citirt Bock: Glocker, Isis, 1822. pag. 419.-Breithaupt, Charakteristik, 1832. III. pag. 234. (Aluminisches Eisenerz).-Breithaupt, Handbuch 1847. III. pag. 777. (Tesseraunus inferior).-Sand-Berger, Leonhard Jahrbuch 1866 pag. 389. Nach Breithaupt sind die äusseren Kennzeichen folgende. Farbe: schwarz, Strich: braun, Spaltbarkeit: in Spuren nach dem Hexaëder, Bruch: uneben bis unvollkommen muschlig, Härte: 7-8 (d.h. unter 6 nach Mohs), Volumen-Gewicht = 4,031-4,110. Das Mineral erscheint in kaum an Krystallformen erinnernde Knollen, gedrängt eingebettet in eine schalenartig abgesonderte berggrüne Gangmasse, die sich in feinen Verästelungen dergestalt in die Chromerz - Aggregate hineinzieht, dass eine mechanische Trennung nicht möglich ist.