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Ueber Allopliit von Langenbielau iu Schlesien.

Websky

Kurzfassung

Dr. Leffler hat in seiner Inaugural-Dissertation (Breslau, Juni 1873) eine Reihe Untersuchungen über die Einwirkung der kohlensauren Alkalien auf Silicate publicirt, und dabei neben anderen ein Mineral von Langenbielau in Schlesien verwendet, das seinem Aeusseren nach für reiner Serpentin in Anspruch genommen wurde, bei seiner Zerlegung jedoch eine davon abweichende Zusammensetzung zeigte, die nur auf ein Drittelsilicat zurückgeführt werden kann und darum als neue Species einen besonderen Namen verdient, für welchen ich Allophit vorschlage. Leffler nimmt unter Vernachlässigung eines geringen, erst in hoher Temperatur entweichenden Wassergehaltes als Constitution den Ausdruck 2 (Al2 03.SiO2) + 3 (3 MgO.SiO2) an, der im Wesentlichen richtig ist; genauer stimmt indessen das Resultat der Analyse mit der theoretischen Zusammensetzung, wenn man den Wassergehalt mit in Rechnung stellt. Leffler fand [...]Der Allophit bildet dichte mikrokrystallinische Massen, in denen leicht trennbare Blätter eines ausgezeichneten braunen Magnesia-Glimmer eingewachsen sind, er besitzt eine blassgrau-grüne Farbe und mehr Pellucität, als sonst bei den reinen Serpentin-Varietäten angetroffen wird. Im Dünnschliff unter starker Vergrösserung erscheint der Allophit als ein Haufwerk verfilzter Schuppen, ähnlich wie der Pseudophit, das Muttergestein des Enstatits von Aloysthal in Mähren, mit dem er auch sonst äussere Aehnlichkeit hat.