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Beschreibung einer neuen silurischen Streptelasma-Art.

Dybowski, W.

Kurzfassung

Im ersten Theile meiner Monographie der Zoantharia rugosa der Ostseeprovinzen beschrieb ich unter dem Namen Densiphyllum eine neue Gattung (pag. 136) und hob für dieselbe die Ausfüllung der Kammern mit einem homogenen, structurlosen Sclerenchym als charakteristisches Kennzeichen hervor. Auf Längs- und Querschnitten der Polypen erscheint die structurlose Ausfüllungsmasse (Sclerenchym) der Kammern als eine homogene, gleichmässige Zone. Es erinnert nun diese Zone in ihrem Aussehen an gewisse Zonen, welche auf Quer- und Längsschnitten anderer Formen, z.B. mancher Streptelasma-, Grewingkia- und Ptichophyllum-Arten erscheinen. Die Zonen der letzten Formen (wie z.B. der hier zu beschreibenden Streptelasma Milne Edwardsi) sind nur scheinbar homogen, sie werden nicht durch ein structurloses Sclerenchym gebildet, sondern stellen die Durchschnitte der Septen dar. Man hat wegen des gleichen Aussehens auf Querschnitten diese verschiedenen Structurverhältniase nicht beachtet, und ist dadurch zu mancherlei Missverständnissen geführt worden. So z.B. hat, meiner Ansicht nach, Lindstrom in seiner kürzlich erschienenen Abhandlung (Förteckning på svenska undersiluriska koraller, in Öfversigt af kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar. 1873, Nr. 4. Stockholm) die Verschiedenheit der Structur bei Pyknophyllum (für Densiphyttum) und Grewingkia (welche sich ähnlich verhalten wie Streptelasma Milne Edwardsi) nicht erkannt, und erklärt das Auftreten jener homogenen Zone durch das von ihm sogenannte ,Stereoplnsma". Durch die in dieser Mittheilung gelieferte Beschreibung einer Streptelasma-Art will ich einen Beweis zu führen suchen, dass die in Längs- und Querschnitten eines Polypen auftretende homogene Schicht nicht immer structurlos ist.