Original paper

Ueber die Zusammensetzung des Vesuvians.

Rammelsbebg, C.

Kurzfassung

Unsere Kenntniss von der chemischen Natur des Vesuvians datirt seit Klaproth, welcher zwei Abänderungen, vom Vesuv und Wilui, untersucht hatte, denn die Analysen v. Kobell's, welche die Vesuviane von Monzoni und Ala betreffen, gehören einer weit späteren Zeit an, und dasselbe gilt von Karsten's Versuchen mit den Vesuvianen vom Vesuv, Saasthal, von Ala und Haslau. Berzelius hatte anfänglich für den Vesuvian dieselbe Zusammensetzung wie für den Granat angenommen, indem er Klapeoth's Analysen der Berechnung zum Grunde legte; später erklärte er jedoch, die Formel für den Vesuvian sei nicht mit Sicherheit bekannt, Im Jahre 1831 machte Magnus seine Versuche über die Zusammensetzung des Vesuvians bekannt, welche namentlich die Frage entscheiden sollten, ob Granat und Vesuvian gleiche chemische Natur haben, und wobei er hervorhob, dass ihr Zusammenvorkommen eher für eine Verschiedenheit beider spreche. Nachdem er sich von der Abwesenheit des Fluors, Bors und Phosphors überzeugt, analysirte er die Vesuviane vom Vesuv, von Slatoust, vom Banal (Dognazka?) und von Egg in Norwegen. Als Resultat glaubte Magnus annehmen zu müssen, dass allein die Granatformel für den Vesuvian passe, so dass die Ursache der Formverschiedenheit beider Mineralien sich noch nicht erklären lasse. Freilich gab er zu, dass die Analysen mit jener Formel keineswegs so genau übereinstimmen, als die angewandten Methoden erwarten liessen. Als später Varrentrapp, veranlasst durch auffallende Angaben Ivanow's, die Analyse des Vesuvians von Slatoust wiederholte, gelangte er zu ähnlichen Resultaten wie Magnus 1848 publicirte Hermann Untersuchungen über die russischen Vesuviane und glaubte in dem Oxydationszustand des Eisens den Grund gefunden zu haben, weshalb man bisher die Zusammensetzung nicht richtig gedeutet hätte.