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Mikroskopische Untersuchungen über die Structur und Zusammensetzung der Melaphyre

Haarmann, Gustav

Kurzfassung

Seitdem Alexander Brongniart im Jahre 1813 den Namen ,Melaphyr" als Bezeichnung einer Felsart eingeführt hat, (Journal des mines XXXIX., p. 40) ist derselbe für so vielerlei dichte, dunkelfarbige Eruptivgesteine gebraucht worden, dass sich kein bestimmter Begriff mehr damit verbinden lässt, da die mit diesem Namen bezeichneten Gesteine zum Theil eine ganz abweichende mineralische Zusammensetzung besitzen. Es haben sich bisher die Versuche, etwas Gemeinsames und Charakteristisches zu finden, als erfolglos erwiesen, und werden sich auch in Zukunft so erweisen, weil der Melaphyr nie etwas festes gewesen ist, sondern das Verschiedenartigste in sich begreift. Für die Richtigkeit dieser Behauptung dürfte schon die Verschiedenheit der nachstehenden Ansichten einzelner Forscher über die Constitution der Melaphyre sprechen. Brongniart selbst definirt ihn als: Porphyr mit schwarzer, felsitisch hornblendeartiger Grundmasse und ausgeschiedenen Feldspathkrystallen. (Pate noire d'amphibole pétrosilicieux enveloppant des cristaux de feldspath.) Der grössten Abweichung hiervon macht sich L. v. Buch schuldig, der mit dem Namen Melaphyr die Gesteine des Fassathals in Tyrol belegte, die in einer schwarzen augitischen Grundmasse Augitkrystalle ausgeschieden enthalten. Wenn nun auch von ihm mit viel grösserem Recht der Name Melaphyr auf viele Vorkommnisse in Deutschland angewandt ist, so genügen doch auch diese keineswegs völlig den von Brongniart gestellten Forderungen.