Original paper

Ueber den Warschauer Gasschiefer, dessen geologische Stellung und organische Einschlüsse.

Feistmantel, Ottokar

Kurzfassung

I. Allgemeines. Da ich gerade eine monographische Arbeit über die Pilsener Kohlengebirgsablagerung (Carbon und Perm) in Angriff genommen habe, so sei es mir hier, bevor jene Arbeit im Drucke erscheint, erlaubt, einige zusammenfassende Betrachtungen über das wichtigste Vorkommen in dieser Ablagerung, nämlich über das Auftreten des sogen. ,Nürschaner Gasschiefers" anzustellen, damit die Wichtigkeit dieses Vorkommens und der darin eingeschlossenen Reste um so deutlicher hervortrete. Was die Kenntniss dieses Vorkommens anbelangt, so führt es zuerst Prof. Geinitz (1865) in seinem grossen Steinkohlenwerke an mehreren Stellen an, so I. pag. 18, 301, 302; II. p. 238, 252, 286. Auf pag. 301 u. 302 wird die Lagerung des Gasschiefers sowie einige seiner Petrefacte erwähnt, nämlich die zwei Karren: Oligocarpia Gutbieri Göpp. und Sphenopteris Gravenhorsti Bgt., welche letztere bereits als vorwaltend angegeben wird, was ich später bestätigte. Doch kannte sie Prof. Geinitz bloss aus den Pankrazgruben bei Nürschan (die Gruben des Herrn Dr. Pankráz sind unmittelbar am Nürschaner Bahnhofe gelegen): auch erwähnt er nur pflanzliche Petrefacte. Vier Jahre später, im Jahre 1869, wurden Dr. Fritsch und ich von dem verstorbenen Bergdirector Pelikan von Steinoujezd (bei Nürschan) auf das wichtige Vorkommen von Thierresten in diesem Gasschiefer bei Nürschan aufmerksam gemacht, er brachte das Scelett eines Sauriers zur Bestimmung mit, das er nach seiner eigenen Angabe aus dem Gasschiefer des Humboldtschachtes bei Nürschan erhalten hat, und versicherte, ausserdem noch zweizackige Zähne und gezähnte Stacheln aus dem Gasschiefer zu besitzen, eine Angabe, der man vollkommen Glauben beilegen musste. Auf seine Einladung hatte ich ihn darin auf den von ihm verwalteten Bergwerken besucht (im Jahre 1870). Hier hatte ich die vollkommene Gelegenheit, die Lagerungsverhältnisse und das Vorkommen des Gasschiefers näher kennen zu lernen, und zwar besonders am ,Humboldtschachte", wo er ebenso wie an den ,Pankráz-Gruben", bergmännisch gewonnen und grösstentheils dann nach Prag zur Gaserzeugung verführt wird, woher sein Name.