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Studien aus dem Gebiete des rheinischen Devon.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

IV. Ueber die Fauna des Nierenkalks vom Enkeberge und der Schiefer von Nehden bei Brilon, und über die Gliederung des Oberdevon im rheinischen Schiefergebirge. Einleitung. Im ganzen rheinischen Schiefergebirge möchte es kaum eine Localität geben, die für die Kenntniss der Faunen der jüngeren Devonbildungen eine gleiche Wichtigkeit besässe, wie die Gegend von Brilon in Westfalen. In nicht weniger als sechs verschiedenen Horizonten des Mittel- und Oberdevon kommen daselbst Versteinerungen, zum Theil in grosser Häufigkeit und vortrefflicher Erhaltung, vor: einmal in den wohl ganz dem unteren Mitteldevon oder dem Calceola-Niveau angehörigen sogen. Leinne-Schiefern; sodann in den mächtigen, die kleine Hochebene von Brilon bildenden, dem oberen Mitteldevon oder dem Stringocephalen-Niveau angehörigen Massenkalken v. Dechen's; ferner in den bekannten, technisch so wichtigen Rotheisensteinen des Hoppekethals, die an die oberste Grenze des Stringocephalen-Niveau's zu setzen sind; weiter in den unmittelbar über diesen auftretenden, durch Grubenbau erschlossenen Eisenkalken, die nach ihrer mit der des nahe gelegenen Adorf übereinstimmenden Goniatitenfauna dem unteren Oberdevon (Iberger Kalk) zuzurechnen sind; noch weiter in den dunklen Schiefern von Nehden, und endlich in dem Nierenkalk (Kramenzel) des Enkeberges, welche beide noch höheren Horizonten angehören. Von diesen Faunen dürfen die vier letztgenannten ihres Niveau's wegen ein ganz besonderes Interesse beanspruchen. Die Fauna des Rotheisenerzes habe ich in der letzten Nummer dieser Studien (diese Zeitschr. Bd. XXIV., pag. 653 ff.) eingehend beschrieben, und ebendaselbst sind auch Mittheilungen über die organischen Einschlüsse des darüber liegenden Eisenkalks gegeben worden. In der vorliegenden Nummer sollen in ähnlicher Weise die Faunen vom Enkeberge und von Nehden bearbeitet werden.