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Ueber die Systematik und Nomenclatur der rein klastischen Gesteine

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Lehm und Löss waren, wie 1872 in Leipzig, so 1873 in Wiesbaden das Thema für lebhafte Debatten der versammelten Geologen. So verschiedene Ansichten auch darüber geäussert wurden, so kann man doch nicht sagen, dass über das eigentliche Wesen, die Lagerungsverhältnisse oder die Entstehungsweise irgend einer einzigen Localbildung zweierlei Meinungen aufgestellt worden wären. Streitig waren vielmehr lediglich die Principien, nach welchen die Trennung wie die Identificirung der einzelnen Gebilde des aufgeschwemmten Landes zu geschehen habe. Gebührt hier der Vortritt der Geologie oder der Petrographie? Die Mehrzahl der Forscher legt den Hauptwerth auf geologische Momente. Die Zeit wird nicht als allein massgebend erachtet, denn obwohl mancher Rheinkies unzweifelhaft gleichaltrig mit manchem Rheinlöss ist, hat noch Niemand für beide einen gemeinsamen Namen gebraucht. Die Bildungsart dagegen wird nur zu allgemein als bestimmend für die Charakteristik der einzelnen Gebilde hingestellt. Ob von Gletschern zerrieben oder nicht, ob weit hergeschafft oder local, ob von Flüssen oder in stehenden Gewässern abgelagert u. s. w. - das sind Momente, die nur zu gern in den Vordergrund gestellt werden. Was ist aber weit und was nahe? Ueber wie viele Quadratmeilen muss resp. darf das betreffende Gebilde ausgedehnt sein? Weiss man denn schon genau, woher und wie weit die zur Zeit sogenannten Lössgebiete in China und am Amazonenstrom ihr Material bezogen haben, oder verdienen die dortigen Vorkommnisse etwa noch keinen bestimmten Namen? So lächerlich diese Fragen erscheinen, so sind dieselben dennoch die nothwendigen Folgen der bisher geltenden vorwiegend geologischen Nomenclatur.