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Über silurische Korallen

Lindström

Kurzfassung

Zu dem Aufsätze des Herrn Dybowski über Streptelasma Milne-Edwardsi (diese Zeitschr. Bd. XXV. pag. 409) muss ich einige Bemerkungen hinzufügen. Derselbe nöthigt mich, Einiges zur Vertheidigung meiner Ansicht über das Stereoplasma zu sagen. Was zunächst die angeblich neue Species anbetrifft, auf welche Herr Dybowski seine Behauptungen gegen mich stützt, so geht aus der langen Beschreibung sowie aus den beigegebenen Figuren hervor, dass dieselbe keine neue Species ist, sondern die alte, schon seit Linne bekannte Madrepora truncata. Ich stimme Herrn Dybowski bei, dass sie kein Cyathophyllum ist und ich habe sie schon in meiner Schrift (pag. 29) als ein Ptychophyllum dargestellt. Wer nur ein einziges Exemplar von einem typischen Heliophyllum gesehen hat, kann nicht, wie Herr Dybowski, sagen, Madr. truncata L. gehöre dieser Gattung an. Hätte Herr Dybowski sich überhaupt die Mühe gegeben, eine grosse Menge in Hunderten von Exemplaren zu untersuchen, statt wie diesmal (und leider auch öfters) seine Beschreibung nur nach einem Stück zu entwerfen, so würde er gesehen haben, wie überaus biegsam, plastisch dehnbar und veränderlich die verschiedenen Formenkreise (Species) der palaeozoischen Korallen sind. Er hätte dann weniger neue Species verfertigt, als er jetzt zum grossen Schaden der schon vorher nur allzusehr überbürdeten Synonymie gethan. Zum Beweise hierfür möge ein Beispiel genügen.