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Über eine allgemeine geologische Karte der Vereinigten Staaten

Raymond, R. W.

Kurzfassung

Diese Karte ist von Hitchcock u. Blake aus vielen monographischen, z. Th. auch mangelhaften Schriften zusammengestellt und macht daher auch keine Anspruche auf grosse Genauigkeit, die auch bei dem kleinen Maassstabe nicht zu erreichen gewesen wäre. Sie zeigt jedoch deutlich die allgemeine Structur des Landes und die Verbreitung der verschiedenen Formationen, Erz- und Kohlenregionen. Westlich vom Felsengebirge treten die Erzlagerstätten, wie auch die ausgedehnten Formationen in meridionalen Zonen auf, wie die Küstengebirge Californiens, welche der Kreideformation angehören und Lagerstätten von Quecksilber-, Kupfer- und Chromeisenerzen enthalten, die Zone des kupferhaltenden Schiefers, die Zone des triassischen goldführenden Schiefers, beide am westlichen Abhange der Sierra Nevada, die vulcanische Zone, in welcher sich der berühmte Silbergang Comstock befindet. Oestlich vom Felsengebirge macht sich eine beckenartige Vertheilung der Formationen bemerkbar, wobei die Kohlenfelder von älteren Schichten rings umgeben werden, welche Eisenerze enthalten. Daraus folgt, wie A. Hewitt bereits vor einigen Jahren bemerkt hat, dass die Kohlen auf dem Wege zur Meeresküste bei den Eisenerzen vorbei transportirt werden müssen, also nicht zur Ausfuhr nach arideren Ländern gelangen können. Redner gab alsdann eine lebendige Schilderung der im Territorium Wyoming, in dem vom Congresse reservirten National-Park befindlichen heissen Quellen (Geiser), schilderte die landschaftlichen Schönheiten und die geologischen und physikalischen Eigentümlichkeiten dieser merkwürdigen Erscheinungen und fügte denselben einige Worte über den Yellowstone-See und die grossartige Schlucht des Yellowstone-Flusses hinzu, die er vor zwei Jahren, kurz nach ihrer ersten Entdeckung bereist hat, und verwies schliesslich auf die Beschreibung derselben, welche der Landesgeologe Hayden und der Geniehauptmann Barlow geliefert haben. Herr H. Credner constatirt, dass seine von einigen amerikanischen Geologen heftig angegriffene Ansicht, dass die im Liegenden des Silurs von Florida bis Virginien auftretenden Schichten als azoisch zu betrachten seien, jetzt allgemeine Anerkennung fände.