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Über das tertiäre Matra-Kohlenbecken in Central-Ungarn

Gurlt

Kurzfassung

welches 15 Meilen N. O. von Pesth gelegen, von der Pesth-Oderberger Eisenbahn durchschnitten wird und durch seinen Kohlenreichthum für die industrielle Entwickelung des Landes sehr wichtig ist. Dasselbe fordert schon jetzt gegen 7 Millionen Centner jährlich und wird nach Vollendung der Aufschlussarbeiten bald das doppelte Quantum liefern können. Dieses Becken wird im Süden durch das trachytische Matra-Gebirge, im Osten durch das aus Culm und Jura bestehende Buck-Gebirge begrenzt und reicht gegen Nordwesten und Norden bis an die Ausläufer des oberungarischen Erzgebirges. In seinem westlichen und nordwestlichen Theile wird es von zahlreichen Basalterhebungen durchbrochen, von denen die Berge Szilwaskö, Salgo und Ragacz-hegy zu den bedeutenderen gehören, während der Karancs-Magossa einen isolirten 3500 Fuss hohen Trachytstock bildet. Die untersten Schichten des Beckens bestehen am Bande aus mächtigen Trachytconglomeraten und Tuffen, hervorgegangen aus der Zerstörung quarzführenden Trachytes oder Rhyolithes. Ihre Grundmasse ist grau, weiss, grünlich und röthlich, sie enthalten viele Rhyolithblöcke. Darüber stellt sich ein gelb- und rothbrauner, feinkörniger Sandstein mit vielen marinen Petrefacten ein, welche denen des Wiener Beckens gleich sind, wie Pecten opercularis, Diplodonta rotundata u. s. w. Derselbe enthält untergeordnete Lager von Conglomeraten und sandigen Thonen, und wird an einer Stelle, am Südrande bei Samsonhaza und Vereheli von dem Leithakalk und den Cerithienschichten des Wiener Beckens bedeckt, während an vielen anderen die Congerienschichten unmittelbar darauf ruhen, namentlich im Gebiete des Zagyraflusses und des Tarjanbaches. Dieselben beginnen zu unterst mit Rhyolith-Tuffen, darüber folgt ein 3 bis 11 Fuss starkes Kohlenflötz, von Brandschiefer bedeckt. Bei Matra-Novak und Hamok-Terenne ist demselben eine fast nur aus Congerien- und Ostracoden-Schalen bestehende Kalkbank eingelagert. Weiter aufwärts folgt ein glimmerreicher Sandstein mit zwei Kohlenflötzen von 3 bis 4 Fuss und 5 bis 6 Fuss Stärke und dann Sandstein, der bei 6 Lachter über dem oberen Kohlenflötze eine mit Cardien erfüllte Bank einschliesst. Die Flötze liefern eine schwarze Pech- und Glanzkohle, deren Heizwerth in 10 bis 11 Centner 1 Wiener Klafter Fichtenholz gleich ist. Die drei Kohlenflötze enthalten bei 18 bis 20 Fuss gesammter Mächtigkeit in dem Felde einer Deutschen (Hamburger) Gesellschaft bei Matra-Szele, Hamok-Terenne und Matra-Novak über 1000 Millionen Centner Kohlen.