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Mikroskopische Untersuchungen über Diabase

Dathe, J. F. E.

Kurzfassung

Ein Glied aus der Gruppe der ältesten basischen Eruptivgesteine, der sogenannten Grünsteine, ist der Diabas. Der Name ,Diabas" wurde in der Petrographie zuerst von Alexander Brongniart, aber in der Bedeutung des jetzigen Diorits angewendet. Nachdem dieser Name für das wesentlich aus Hornblende und einem plagioklastischen Feldspath bestehende Gestein aufgegeben worden war, gebrauchte im Jahre 1842 Hausmann denselben für das Gestein, welches aus einem Gemenge von Labrador, Hypersthen und Chlorit bestehen sollte. Die jetzt allgemein herrschende Ansicht der Petrographen über die Zusammensetzung des Diabases fusst auf Hausmann's Begriffsbestimmung; man versteht darunter, wenn man zunächst von der chemischen Zusammensetzung der Feldspathe absieht und nur die übrigen Kennzeichen derselben berücksichtigt, dasjenige Gestein, welches wesentlich aus einem plagioklastischen Feldspath und Augit zusammengesetzt ist. Nicht immer haben Geologen an dieser Begriffsbestimmung festgehalten. Am weitesten entfernt sich von derselben Lory, welcher das Hornblendegestein (Diorit) von Bourg D'Oisans als Diabas bezeichnet. Während hier eine Begriffsverwechselung mit Diorit vorliegt, tritt uns in einer neueren Arbeit eine wohl nicht ganz zu rechtfertigende Erweiterung des Begriffes unseres Gesteins entgegen. O. Schilling definirt nämlich: ,Wir bezeichnen mit dem Namen Diabas Gesteine, welche aus Labrador und Augit zusammengesetzt sind, und betrachten die mit dem Namen Gabbro bezeichneten Gesteine als zur Familie des Diabases gehörend." Es scheint fast, als ob sich Schilling der Ansicht G. Bischof's angeschlossen habe und den Diallag und Smaragdit des Gabbros nur als Umwandlungsproducte des Pyroxens betrachte. Bekanntlich wird dieser Ansicht von bedeutenden Mineralogen widersprochen. Andrerseits trennt man aus Unkenntniss der Zusammensetzung Gesteine, die unzweifelhaft nur Augit, aber keinen Diallag führen, von den echten Diabasgesteinen ab und zählt dieselben den Gabbros oder den sogenannten Hyperstheniten zu, wie solches mit den Vorkommnissen von Ehrenbreitslein, von den Hühnbergen im Thüringer Wald, von Stansland auf Spitzbergen geschehen ist, und noch mit denen anderer Fundorte geschehen sein mag. Es muss zugestanden werden, dass eine Verkennung echter Diabasgesteine auf Grund blos makroskopischer und chemischer Untersuchung sehr leicht möglich ist. Mögen doch auch auf Grund dieser Bestimmungsmethoden viele Gesteine, welche in den Lehrbüchern der Geologie und in Sammlungen bis jetzt noch unter dem Namen Diorit aufgeführt werden, echte Diabase sein. Es dürfte dies besonders bei dichten Gesteinen der Fall sein, bei welchen jeder Fingerzeig durch den Mangel eines Uebergangs von einer grobkörnigen oder körnigen zu einer dichten Varietät fehlt. Eine sichere Trennung der sogenannten Grünsteine in einzelne Glieder und die genaue Begrenzung der letztern ist nur mit Hilfe des Mikroskopes möglich.