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Über Graptolithen aus dem Harz

Lossen

Kurzfassung

Herr Lossen legte über Graptolithen aus dem Harz vor, die er an sieben von ihm neu entdeckten Fundpunkten auf den Sectionen Harzgerode und Pansfelde gesammelt hatte. Alle diese Fundpunkte liegen in Uebereinstimmung mit dem früher von dem Redner (vergl. diese Zeitschr. Bd. XXI. pag. 284) festgestellten Horizonte der Harzgeroder Graptolithenschiefer innerhalb des Wieder Schiefers nahe dem Liegenden des Hauptquarzits, zum Theil unmittelbar unter dessen untersten Bänken. Sie vertheilen sich zusammt den schon früher bekannten Fundpunkten, bei Harzgerode, im Schiebecksthal und dessen Seitengründen, sowie an der Selke am Clausberg, auf zwei durch den Hauptquarzit getrennte Schichtensysteme und erweisen so den schon früher aus stratographischen Gründen gefolgerten Muldenbau der Schichten an der unteren Selke auch auf palaeontologischem Untersuchungswege. Die Schieferschichten im Nordflügel sind vom Clausberg an der Selke bis zur Fahrstrasse von Harzgerode nach Schielo an mindestens 12 Stellen als graptolithenführend bekannt, dieselben Schichten im Südflügel auf der Südseite des Hauptquarzits an 6 Punkten - darunter ein durch Herrn stud. L. Brackebusch entdeckter Punkt-zwischen ebenderselben Fahrstrasse von Harzgerode nach Schielo und Wieserode, nordöstlich von Pansfelde. Aus dem beide Muldenflügel verbindenden Scheitelstück ist bisher nur ein zweifelhafter Fund des Herrn Heine bekannt. Sämmtliche Graptolithen sind einzeilig und nicht scalariform, wiewohl es an einzelnen gekrümmten Individuen nicht fehlt. Ihr Niveau ist dem oberen thüringisch-fichtelgebirgischen Graptolithenhorizont gleichzustellen, nicht dem unteren, welcher dem böhmischen an der Basis von Barrande's Etage E entspricht und der im Harz nicht vorhanden zu sein scheint.Ein nicht uninteressantes, obschon nur kleines Steinsalzvorkommen ist das zwischen Hettstedt und Gerbstedt a. Harz neuerlich entdeckte bei Weifesholz. Im Wetterschacht neben Schacht Zimmermann, einer der vielen Punkte jener Gegend, wo Kupferschiefer gefördert wird, fand man von oben nach unten: [...]