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Kleine palaeontologische Mittheilungen

Struckmann, C.

Kurzfassung

1. Ueber das Vorkommen der Terebratula trigonella Schloth. im oberen Jura bei Goslar. Durch Herrn William Brauns in Goslar zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass an dem bekannten Fundorte oberjurassischer Versteinerungen, der Sandgrube bei Goslar, Terebratula trigonella sich vorfinde, nahm ich Gelegenheit, dieses interessante Vorkommen näher zu untersuchen und war so glücklich, an Ort und Stelle verschiedene sehr wohl erhaltene Exemplare dieser ausgezeichneten Terebratula zu sammeln; später hatte Herr W. Brauns die Güte, mir auf Ersuchen noch verschiedene vollkommen erhaltene Exemplare zu übersenden. Ueber die Aechtheit der in der Sandgrube bei Goslar vorkommenden Terebratula trigonella kann kein Zweifel obwalten, nachdem ich während der Versammlung der Deutschen geol. Gesellschaft in Wiesbaden mehrfache Gelegenheit hatte, den interessanten Fund vorzuzeigen und als identisch mit der süd-deutschen Form anerkannt zu sehen. Auch stimmt die Goslar'sche Terebratula trigonella vollständig mit der Abbildung überein, die Ferd. Roemer in seiner Geologie von Oberschlesien auf t. 25 f. 5 von diesem Fossil aus der Gegend von Piasek und Sanow giebt. Auch war es mir inzwischen vergönnt, demselben für das Breslauer Museum einige wohlerhaltene Goslar'sche Exemplare zu übersenden, und schreibt mir Herr F. Roemer, dass die Uebereinstimmung mit den süddeutschen Exemplaren eine vollständige sei. Die Goslar'sche Terebratula trigonella besitzt ebenfalls die Querstreifung, wie Roemer dieselbe abbildet; an süddeutschen Exemplaren, die ich aus verschiedenen Gegenden besitze, habe ich dieselbe zwar nicht bemerkt; jedoch zweifle ich nicht, dass das Fehlen dieser Querstreifung oder vielmehr der quer verlaufenden Runzeln nur Folge eines mangelhaften Erhaltungszustandes ist. Die gewöhnlichste Länge eines Goslar'schen Exemplars beträgt 13-14 Mm.; jedoch habe ich ein ausgezeichnetes Eexmplar vor mir, welches eine Länge von 19 Mm. erreicht.