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Ein neuer Aufschluss der Wälderthon- und Hilsthon-Bildung

Roemer, H.

Kurzfassung

Die Gegend von Sehnde, erste Station der von Lehrte nach Hildesheim führenden Eisenbahn, ist schon seit mehreren Jahren der Tummelplatz englischer und deutscher Gesellschaften, welche hier bereits sehr erhebliche Summen zur Auffindung des so begehrten Petroleums aufgewandt haben, dessen reichliches Vorhandensein nach ihrer Meinung durch ein übrigens schon lange bekanntes und überaus schwaches Hervorquellen von Erdöl angezeigt sein sollte. Die eine dieser Gesellschaften behauptete schon vor einigen Jahren, hier mächtige Lager von Braunkohle erbohrt zu haben. Die mir später zugestellten Proben dieser Kohle erwiesen sich aber als eine dem Gewichte nach auffallend leichte und der Wirkung nach sehr wenig brauchbare Steinkohle, so dass ich nun umsomehr auf ein neues Vorkommen der Wälderthonbildung schliessen musste, als ich in unmittelbarer Nähe des mir bezeichneten Vorkommens schon vor langen Jahren den Hilsthon mit Ammonites noricus, Belemnites subquadratus, Pecten crassitesta, Serpula articulata und Glyphaea ornata in einer Thongrube anstehend gefunden hatte. Durch eine im vorigen Herbste wiederholte Untersuchung der Gegend wurde diese Vermuthung in überzeugender Weise bestätigt. Der Punkt, an welchem sich der Förderungsschacht für diese in kleinstem Maassstabe betriebene Kohlengrube befindet, liegt etwa in der Mitte des von Sehnde in östlicher Richtung nach Rethmar führenden Weges. Durch die erwähnten Schürfversuche und durch die Gewinnung von Thon für eine Ziegelei waren auf dem in der Ebene gelegenen und vom Diluvium schwach bedeckten Terrain nach dessen Wegräumung recht gute Aufschlüsse gewonnen, welche durch das nachstehende Profil erläutert werden.