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Ueber, ein neues Vorkommen des Ruth bei Hildesheim

Roemer, H.

Kurzfassung

Die in der Umgebung unserer Stadt so schön entwickelte und auch aufgeschlossene Folge der Schichten der Salz-, Jura- und Kreide-Formation hat in neuester Zeit noch eine grössere Vollständigkeit erkennen lassen, als bisher nachgewiesen werden konnte. Der nur wenige Minuten von der Stadt entfernte, über dem westlichen Ufer der Innerste sich erhebende und diesem Flusse entlang laufende Höhenzug, welcher aus verschiedenen Gliedern der Keuperbildung und den Schichten des unteren Lias zusammengesetzt ist, wurde im Januar des Jahres 1872 da, wo er den Namen ,Krählah" führt - wenige Schritte südlich von der nach Nordstemmen führende Eisenbahn bei Anlage eines Bierkellers in den oberen, nach Osten einfallenden Schichten in einer für die Beobachtung der Schichtenfolge überaus glücklichen Weise aufgeschlossen. Erst vor wenigen Jahren hatte ich an diesem selben Höhenzuge, etwa eine Meile südlicher, unweit des Dorfes Egenstedt durch das Auffinden der Avicula contorta auch das Vorhandensein des ,Räth" in unserer Gegend nachzuweisen vermocht. Der vorerwähnte Aufschluss am ,Krählab" hat nun aber diese, hier in allen ihren Gliedern entwickelte Bildung in einer Mächtigkeit von 16 M. aufgeschlossen. Helle, grünliche Mergel, dunkle Schieferthone, dünn geschichtete Sandsteine in festen Bänken setzen auch hier diese Bildung in buntem Wechsel zusammen, und mag das umstehende Profil von der hier beobachteten Folge der Schichten ein Bild geben.