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Jurassische Gesteine im norddeutschen Flachland

Meyn, Ludwig

Kurzfassung

Es hat mich sehr gefreut, von Ihnen zu erfahren, dass Sie jetzt im Begriffe sind, eine von manchen Beobachtern gefühlte Lücke auszufüllen, indem Sie eins genauere palaeontologische Darstellung der jurassischen Vorkommnisse in unserem norddeutschen Flachlande liefern wollen. Gern erfülle ich daher mein Versprechen, Ihnen mitzutheilen, was ich über Vorkommnisse dieses Alters unter den Geschieben seit meiner Veröffentlichung in der Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellschaft Jahrg. 1867 beobachtet habe. Für wichtig halte ich es, dass der Hauptfundort der daselbst beschriebenen Gesteine von der Liasgrenze, bei Ahrensberg, seitdem bereits eine Erweiterung nach verschiedenen Seiten erfahren hat. Ich kenne diese Gesteine jetzt von Grabau, Ahreusberg, Horisbüttel und dem Lauenburgischen Gute Steinhorst, so dass sie wenigstens über eine Fläche von vier Quadratmeilen an der holstein-lauenburgischen Grenze verstreut sind. Bei meinem nächsten Besuche der Gegend werde ich mich bemühen, die Grenzen der Verbreitung auch durch Beobachtungen der Negation im grösseren Umkreise festzustellen. Zunächst wenigstens kann ich bemerken, dass eine genaue Durchsicht der Geschiebe bei Mölln, östlich von Steinhorst, keine jurassische Gesteine mehr ergeben hat. Da ich deutliche namhaft zu machende Petrefacten nicht weiter aufgefunden habe, so werde ich mich beschränken müssen, auf ergänzende Bemerkungen zur der Charakteristik der früher beschriebenen Gesteine und Aufführung einer Reihe von Gesteinen, welche nur durch das Zusammenvorkommen und durch die Singularität ihrer Erscheinung als jurassisch erkannt werden konnte. Das Material, welches ich beschreibe, sende ich Ihnen mit für die Sammlung der geologischen Landesanstalt, und da ich namentlich von Petrefacten nichts zurückhalte, wird vielleicht Einiges noch genaue Bestimmung erfahren können