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Über das Verhältniss von Steinkohlenformation und Rothliegendem in Böhmen

Weiss

Kurzfassung

Obschon eine Anzahl wichtiger in Böhmen gemachter Funde, welche von Bedeutung für obige Frage sind, schon von älterem Datum sind, so ist doch durch Vervollständigung der Beobachtungen über Lagerung und über die in den Schichten eingeschlossenen Petrefacte die Discussion über die Begrenzung der beiden sogenannten Formationen wieder lebhaft geworden und die Frage selbst in ein neues Stadium getreten. Böhmen, dass von jeher classisch für das Studium des Rothliegenden und der Steinkohlenformation war, wird also von Neuem wichtig in dieser Beziehung und lässt sich wegen des Forterstreckens eines Theiles der betreffenden Schichten nach Schlesien direct mit diesem Gebiete vergleichen und damit zusammenfassen. Ausserdem haben wir in Deutschland nur im Saar - Rheingebirge noch ein Gebiet, welches wegen der Grossartigkeit und vollständigen Entwickelung der hierher gehörigen Schichten mit Böhmen concurriren kann. Nach mancherlei kleinen Mittheilungen über böhmisches Rothliegendes und Steinkohlenschichten hat Feistmantel im Jahrbuch der k. k. geol. Reichsanstalt, 23 Band (1873) pag. 249 ff., die Resultate namentlich bezüglich der gefundenen Flora in gewissen Schichten zusammenfassend zu beleuchten versucht und glaubt zu dem Resultate gelangen zu müssen, dass ein grosser Theil von Schichten, welche bisher in Böhmen zur Steinkohlenformation gezogen wurde, wieder davon abzutrennen und zum Rothliegenden zu stellen, also die Grenze beider viel tiefer zu legen sei als bisher. Zwei kleine Mittheiluhgen im 4. Heft des 25. Bandes unserer Zeitschrift, vervollständigen das Bild der Schichtenentwickelung, wie Feistmantel sie auffasst. Im Allgemeinen ist es der hangende Kohlenflötzzug in Böhmen, welchen er jetzt in das Rothliegende versetzt.