Original paper

Über Steinkohlenpflanzen

Weiss

Kurzfassung

Herr Weiss bemerkte zu den von Herrn Meyn vorgelegten Gypskrystallen mit axial sich erstreckenden fremden Einschlüssen, dass deren Lage sich krystallographisch näher fixiren lasse. Sie erscheinen nämlich, wie Herr Meyn angab, in der Richtung der Verbindungslinie der spitzen Ecken der rhomboidischen Tafeln. Diese Ecken werden gebildet von den Flächen f = a : b : infinity sign und l = 15 a : 14 b : c, wenn man die Bezeichnungsweise von Quenstedt zu Grunde legt. Daraus ergiebt sich weiter, dass die Richtung der Einschlüsse zusammenfällt mit der schiefen Diagonale einer durch die Kanten fil gelegten Fläche, welche den Axenausdruck a : infinity sign b : 9/2 c erhalten würde. Derselbe erläuterte mehrere vorgelegte Steinkohlenpflanzen. 1. Zwei Fruchtähren von Calamostachys aus dem Augustusschacht vom Windberge bei Zwickau, von Herrn Prof. Geinitz mit dankenswerter Güte zur Untersuchung zugesandt, das eine Exemplar Original zu dessen f. 9. t. 18. seines grossen Steinkohlenwerkes. Beide Stücke, die zwar specifisch nicht ganz übereinstimmen, sind von so vorzüglicher Erhaltung, dass nur jene von Binney beschriebenen verkieselten Aehren sie übertreffen dürften. Man erkennt im Längsbruch bei ihnen ausgezeichnet deutlich ausser der Quergliederung der Axe und den nicht alternirenden Längsrippen, und ausser den Durchschnitten der Blattquirle, noch die in der Mitte der Internodien senkrecht abgehenden geraden Träger der Sporangien, jene an der Spitze nicht schildförmig erweitert, diese zu mehreren in einen Kreis gestellt und an der Spitze der Trägerstielchen angeheftet. Ausserdem gehen bei dem einen Exemplare von der Aufbiegung der Deckblätter aus Anhängsel nach unten, welche schirmförmig über den Sporangien sich ausbreiten, deren Natur aber noch problematisch erscheint. Alle Bracteen sind nach aufwärts gekrümmt, bei dem vorhin bemerkten Exemplare mit ihrer Spitze nur bis zur Höhe des nächsten Knotens reichend, wie bei den meisten Annularien-Achren; bei dem andern Exemplare dagegen bis zur Höhe des drittens Knotens. Bei letzterem sind keine Träger zu sehen, sind aber wohl nur wegen der zufälligen Lage des Längsbruches nicht sichtbar. 2. Exemplare von Odontopteris obtusa Brgt. von Brücken im Saar-Rheingebiete und von Löbejün. Hierzu ist Folgendes zu bemerken.