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Ueber die Lagerungsverhältnisse und die Hebungsphänomene in den Kreidefelsen auf Möen und Rügen

Johnstrup, F.

Kurzfassung

Hierzu Tafel XI. und XII. Die grosse Uebereinstimmung, welche in allen Beziehungen zwischen den Kreidegebilden auf Möen und Rügen stattfindet, deutet unzweifelhaft darauf hin, dass diese Inseln zwei zusammengehörende und früher zusammenhängende Particen ausmachen, die gewaltsamen Störungen ausgesetzt gewesen sind, welche man vorzüglich aus plutonischen Hebungen hergeleitet hat. Bei der Versammlung skandinavischer Naturforscher, die 1873 in Kopenhagen abgehalten wurde, theilte ich die Resultate meiner wiederholten Untersuchungen der Lagerungsverhältnisse in ,Möens Klint" mit, welche ich mir hiermit, erlaube, der deutschen geologischen Gesellschaft vorzulegen, da ich glaube, dass die dadurch gewonnenen Resultate nicht nur Bedeutung für das Verständniss der geologischen Verhältnisse auf Möen haben, sondern zugleich dazu dienen, die Schichtenstörungen der weissen Kreide auf der Insel Rügen zu beleuchten. Nachdem der erwähnte Vortrag gehalten war, habe ich nämlich Gelegenheit gehabt, mich mit den interessanten Rügenschen Kreidebildungen bekannt zu machen, und die dort im Spätsommer 1873 gemachten Beobachtungen sind in einem besonderen Abschnitte beigefügt worden. Dass ich ,Möens Klint" umständlich behandelt habe, ist leicht zu erklären, da er ein uns näher liegendes Terrain ist; es ist aber zugleich darin begründet, dass die Verhältnisse dort im hohen Grade eigenthümlich und augenblicklich überaus leicht zu überschauen sind, und man wird ausserdem den geologischen Bau der Kreidefelsen auf Rügen ohne ein vorhergehendes Studium von Möen nicht recht wohl verstehen können.