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Die augithaltenden Felsitporphyre bei Leipzig

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

Im ersten Hefte der geognostischen Beschreibung des Königreiches Sachsen (2. Ausgabe 1845 pag. 140) erwähnt Naumann mehrere Gesteine der Gegend zwischen Grimma, Wurzen und Taucha im Osten von Leipzig, die er ,ihres verschiedenen Habitus ungeachtet" unter dem Namen ,grüner Porphyr" zusammenfasst, im Gegensatz zu den rothen Porphyren derselben Gegend. Neuere Untersuchungen haben die erste der von Naumann aufgestellten drei Varietäten als Granitporphyr abgegrenzt; der grünfärbende Bestandteil derselben ist nach Baranowski Chlorit, hervorgegangen aus der Zersetzung von Hornblende. Dieses Gestein findet sich bei Beucha und an beiden Muldeufern von Wurzen bis Trebsen. Die beiden anderen Varietäten gehören jedoch zusammen: es sind Gesteine von einer höchst merkwürdigen petrographischen Beschaffenheit, indem sie bei vorherrschendem Felsitporphyr-Charakter auch noch die Gemengtheile des Diabases enthalten, nämlich Labrador, Augit, Magneleisen etc. Mikroskopisch sind bis jetzt zwei Vorkommnisse untersucht worden. Tschermak beschreibt einen Porphyr von Grasdorf (?) bei Taucha als ein Gestein von merkwürdiger Zusammensetzung und in dem unter anderem Diallag und Quarz zugleich vorhanden wären. Zirkel erwähnt, dass in einem Porphyr von Wurzen (vielleicht vom Spitzberg bei Lüptitz) eben dasselbe Mineral enthalten sei, welches Tschermak für Diallag hielt. Dieser fragliche Gemengtheil ist jedoch nur faserig gewordener Augit. Es mag erwähnt werden, dass schon Naumann in einigen dieser Gesteine ,schwarze, kleine, langsäulenförmige, sich zwillingsartig durchkreuzende ,augitähnliche Krystalle" beobachtet hat, die er dem Augit zurechnet, ohne dabei an dem Quarzgehalt der Gesteine Anstoss zu nehmen.